Seltene Sichtung: Fünf Elche in Brandenburg unterwegs
Von Monika Wendel
Eberswalde - So viele Elche wie derzeit gab es in Brandenburg noch nie gleichzeitig. Nach Einschätzung von Wildtierexperten halten sich aktuell fünf verschiedene Tiere im Bundesland auf.
"Dass wir zeitgleich fünf Elche in Brandenburg haben, ist bemerkenswert. Das ist ein neuer Rekord", sagte Wildbiologe Frank-Uwe Michler von der Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde. Gemeinsam mit dem Landeskompetenzzentrum Forst betreut er das Elch-Monitoring im Land.
Brandenburg gilt als wichtigstes Bundesland für Elchwanderungen nach Deutschland. Die meisten Tiere stammen aus Polen. "Sie durchqueren Polen, schwimmen durch die Oder und erreichen schließlich Brandenburg", erklärte Michler.
Derzeit gehen Experten davon aus, dass zwei kürzlich gesichtete Elche im Oder-Spree-Kreis unterwegs sind.
Hinzu kommen der bekannte Senderelch "Bert" in der Nute-Nieplitz-Region, ein junger Bulle im Barnim sowie ein weiteres Tier, das Anfang Juni an einer Grünbrücke der A12 per Fotofalle aufgenommen wurde.
Hitzestress schon bei über 5 Grad im Winter
Die imposanten Tiere leiden allerdings unter warmem Wetter. Elche sind an kühle Regionen angepasst. "Im Winter bedeuten Temperaturen über fünf Grad bereits Stress, im Sommer fühlen sie sich bei mehr als 20 Grad zunehmend unwohl."
Deshalb verbringen sie die warme Jahreszeit oft in Feuchtgebieten, stehen stundenlang im Wasser oder verstecken sich tagsüber in Schilf- und Moorlandschaften, wie der Biologe erklärte. Aktiv werden sie meist nachts - weshalb viele Menschen die Tiere trotz ihrer Größe selten zu Gesicht bekommen.
Langfristig hält Michler einen Bestand von bis zu 20 Tieren für möglich.
Wer einem Elch begegnet, sollte Abstand halten. Die Tiere gelten als friedlich und meiden Menschen in der Regel. "Man sollte nie auf Wildtiere zugehen, sondern Abstand halten und ein Foto machen", riet der Experte.
Titelfoto: Patrick Pleul/dpa

