Spektakuläres Naturschauspiel: Polarlichter über Berlin und Brandenburg
Berlin - In der Nacht zu Dienstag konnte am Himmel über Berlin und Brandenburg wieder einmal ein magisches Naturschauspiel beobachtet werden: Polarlichter tanzten am Firmament.
Wer über sich einen sternenklaren Himmel vorfand und wenig Lichtquellen in der Nähe hatte, der konnte das farbenprächtige Spektakel, das eher aus dem hohen Norden bekannt ist, live verfolgen.
So erreichten die TAG24-Redaktion beispielsweise Fotos aus Neuenhagen bei Berlin und der Gemeinde Oberkrämer im Landkreis Oberhavel.
Allerdings waren die Polarlichter, die auf den Bildern deutlich in Violett oder Grün am Nachthimmel erscheinen mit bloßem Auge gar nicht so kräftig zu erkennen.
Das liegt an der Restlichtverstärkung und längeren Belichtungsdauer, über die heutzutage nicht nur teure Kameras, sondern mittlerweile auch Handys mit Nachtmodus verfügen.
Aber warum waren die Polarlichter überhaupt so weit südlich zu sehen - sogar bis zum Alpenraum? Grund war ein starker geomagnetischer Sonnensturm, der ungewöhnlich schnell seinen Weg zur Erde fand, wie der Deutsche Wetterdienst (DWD) mitteilte.
Wieso sehen wir Polarlichter und warum bergen die magischen Erscheinungen auch eine Gefahr?
Die elektrisch geladenen Teilchen rasen nach einer Eruption an der Sonnenoberfläche durchs Weltall und erreichen in der Regel nach drei bis vier Tagen die Erde. Diesmal trafen sie jedoch bereits nach 25 Stunden bei uns ein, erklärte ein DWD-Sprecher.
In Erdnähe treffen die Teilchen dann auf das Magnetfeld und werden entlang der Feldlinien zu den Polen abgeleitet. Dabei werden Luftmoleküle in der oberen Atmosphäre zum Leuchten angeregt.
Die bunten Lichter am Himmel können aber auch eine Gefahr für uns bergen. Je nach Stärke des Sonnensturms ist es möglich, dass Satelliten ausfallen, sodass das GPS-System oder der Handy- und Internet-Empfang gestört werden.
Besonders heftige Sonnenstürme können sogar zu großflächigen Stromausfällen führen, wenn Transformatoren beschädigt werden. Die amerikanische Wetterbehörde NOAA hat den jüngsten Sturm mit der zweithöchsten Stufe (G4) klassifiziert.
Titelfoto: 7aktuell.de | P.Neumann

