Streit um Wolfs-Abschussquote: Staatssekretär Beyer soll gehen

Von Daniel Josling und Oliver von Riegen

Potsdam - Nach dem internen Streit über den Umgang mit dem Wolf hat Brandenburgs Agrarministerin Hanka Mittelstädt (38, SPD) Ministerpräsident Dietmar Woidke (63, SPD) nun offiziell gebeten, Staatssekretär Gregor Beyer (56, parteilos) von seinen Aufgaben zu entbinden.

Er wollte bis zu 1600 Wölfe in Brandenburg abschießen lassen, nun soll er gehen: Staatssekretär Gregor Beyer (56, parteilos).
Er wollte bis zu 1600 Wölfe in Brandenburg abschießen lassen, nun soll er gehen: Staatssekretär Gregor Beyer (56, parteilos).  © Michael Bahlo/dpa

"Eine vertrauensvolle Zusammenarbeit ist die Grundlage dafür, die Aufgaben meines Ministeriums und die Herausforderungen, die vor uns stehen, entschlossen anzugehen
und zu bewältigen", sagte Mittelstädt. Dieses Vertrauen sei zuletzt nicht mehr gegeben gewesen.

Nach den Angaben der Ministerin geschah der Schritt im Einvernehmen mit Beyer. Mittelstädt kündigte an, "im Einvernehmen mit Herrn Beyer eine weitere Verwendungsmöglichkeit für ihn im Landesdienst" zu prüfen und bedankte sich zugleich für seinen Einsatz.

Der Staatssekretär äußerte sich zunächst nicht. Bereits am Freitag hatte Mittelstädt nach dpa-Informationen um die Entlassung Beyers gebeten.

Kaum Probleme durch Frost: Abflüge am BER trotzdem verspätet
Brandenburg Kaum Probleme durch Frost: Abflüge am BER trotzdem verspätet

Der "Tagesspiegel" berichtete unter Berufung auf Beyers Umfeld, dass der Staatssekretär selbst bei Woidke eine Versetzung beantragt hat. Auch von Woidke gab es zunächst keine Reaktion zu den Personalien.

Beyer war zuletzt mit Äußerungen zu einer möglichen Abschussquote von Wölfen in die Kritik geraten, von denen sich die Ministerin distanzierte.

Gregor Beyer wollte bis zu 1600 Wölfe abschießen lassen

Im Streit um höhere Abschussquoten in Brandenburg könnte der Wolf am Ende der lachende Dritte sein. (Symbolbild)
Im Streit um höhere Abschussquoten in Brandenburg könnte der Wolf am Ende der lachende Dritte sein. (Symbolbild)  © Armin Weigel/dpa

Er hatte eine Quote von zunächst 15 Prozent ins Spiel gebracht und die Zahl der Tiere mit bis zu 1600 beziffert. Die Ministerin hatte darauf verwiesen, dass die offiziellen Zahlen des Landesumweltamtes verwendet werden sollten, die niedriger liegen und sich von Beyer distanziert.

Die Ministerin betonte, dass ihre politische Agenda von der Personalie unberührt bleibe. Die Stärkung des ländlichen Raumes, die Neuausrichtung der EU-Agrarpolitik nach 2028 und die notwendigen Anpassungen an die Auswirkungen der Klimaveränderungen blieben wie die Stärkung des Naturschutzes die großen Aufgaben, sagte sie.

Dies soll auch als Signal an die Verbände gelten. Der Bauernverband hatte sich in Sorge gezeigt. Beyer befindet sich derzeit im Urlaub.

Ruhiger Jahreswechsel in Brandenburg: Silvester ohne Schwerverletzte
Brandenburg Ruhiger Jahreswechsel in Brandenburg: Silvester ohne Schwerverletzte

Vertretungsweise übernimmt Abteilungsleiter Frank Reichel die Aufgaben des Staatssekretärs.

Titelfoto: Armin Weigel/dpa, Michael Bahlo/dpa

Mehr zum Thema Brandenburg: