Wird er Deutschlands dienstältester Ministerpräsident? Dietmar Woidke äußert sich zu weiterer Amtszeit
Von Marc-Oliver von Riegen
Potsdam - Dietmar Woidke (64, SPD) steht kurz davor, Deutschlands dienstältester Ministerpräsident zu werden - doch wie lange möchte er noch im Amt bleiben?
Nein, Brandenburgs Ministerpräsident will nicht der neue James Bond werden. Doch mit dem Zitat des Bond-Filmtitels "Sag niemals nie" sorgt er mitten in den Koalitionsverhandlungen für eine Überraschung.
Woidke schließt eine weitere Amtszeit nach der Landtagswahl 2029 nicht aus. Nach dem Rückzug von Winfried Kretschmann (77, Grüne) in Baden-Württemberg in diesem Jahr wird er voraussichtlich dienstältester Ministerpräsident in Deutschland sein.
"Ich bin jetzt 64 Jahre alt. Wir haben einen Ministerpräsidenten in Deutschland, der über 70 Jahre alt ist – nämlich Winfried Kretschmann in Baden-Württemberg", sagte Woidke der Zeitung "Nordkurier".
"Ich will eigentlich nicht unbedingt bis über 70 arbeiten, aber wie gesagt: Sag niemals nie. Das ist ein alter Spruch, den ich beherzigen möchte", so Woidke.
Dietmar Woidke hält sich alle Optionen offen
Auf die Frage, ob er bis zum Ende der Wahlperiode im Amt bleibt, wiegelte Woidke zunächst ab. "Ich persönlich bin gerne Ministerpräsident dieses Landes", sagte er. "Ich versuche momentan, gemeinsam mit dem Vorsitzenden der CDU eine stabile Regierung zu bilden. Und wenn mir das gelingt, dann bin ich auch optimistisch, dass ich noch ein paar Jahre als Ministerpräsident für dieses Land arbeiten darf."
Der Regierungschef, der Brandenburg seit 2013 regiert, sieht den Zeitpunkt für seine Nachfolge noch nicht gekommen.
Der SPD-Regierungschef steckt nach dem Bruch der SPD/BSW-Koalition mitten in Koalitionsverhandlungen mit der CDU. Woidke setzt auf eine stärkere Wirtschaft: "Wir wollen, dass das Land Brandenburg für wirtschaftliches Wachstum steht".
Beide Parteien setzen zwei Ziele obenan: Stabilität und Sicherheit. Gut drei Jahre bleiben bis zur Wahl - da könnte ein Wechsel an der Spitze zwar für Klarheit, aber möglicherweise auch für Unruhe sorgen.
Titelfoto: Frank Hammerschmidt/dpa

