24 Prozent! Sachsens steilste Straße wird endlich entschärft

Kriebstein - Zauberhaft und scheinbar uneinnehmbar thront Sachsens schönste Ritterburg im Zschopautal. Das Abenteuer beginnt schon auf dem Weg hinauf kurz Burg Kriebstein - eine enge und extrem steile Trasse, die von Wanderern wie Autofahrern Höchstleistungen fordert. Das soll sich nun ändern.

Märchenhaft schön: Die Ritterburg Kriebstein krönt das Zschopautal und ist ein beliebtes Ausflugsziel.
Märchenhaft schön: Die Ritterburg Kriebstein krönt das Zschopautal und ist ein beliebtes Ausflugsziel.  © Dietmar Thomas

"Mit etwa 24 Prozent Steigung wird der Burgberg zu Recht als die steilste Straße Sachsens bezeichnet", erklärt Regina Kraushaar, Präsidentin der Landesdirektion Sachsen.

"Umso wichtiger ist es, dass der Weg zu diesem wunderschönen Ausflugsziel nun ausgebaut werden kann." Zum Vergleich: Die berühmte "Steile Wand" in Meerane ist mit durchschnittlich zwölf Prozent Steigung nur halb so steil.

Die Kreisstraße 8215 zwischen Schweikershain und Kriebstein verläuft zusätzlich in einem sehr engen Kurvenradius im Bereich der vorhandenen Spitzkehre. Eine funktionierende Drainage fehlt ebenso wie ein Fußweg.

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Zudem ist der Belag ein gefährlicher Mix aus Asphalt und Granitpflaster - "eine Gefahrenquelle", so die Landesdirektion.

Straße wird breiter, Kurve ausgeweitet

Voller Körpereinsatz: Wie sich 24 Prozent Steigung anfühlen, spürten Jessica May (16) und Mutti Angelika Thun (45) am eigenen Leib.
Voller Körpereinsatz: Wie sich 24 Prozent Steigung anfühlen, spürten Jessica May (16) und Mutti Angelika Thun (45) am eigenen Leib.  © Uwe Meinhold

Auf einer Länge von 510 Metern soll Sachsens steilste Straße von der Zschopau-Brücke bis zum alten Rittergut nun entschärft werden.

"Die Straße soll auf sechs Meter verbreitert und der Kurvenradius am Burgberg auf mindestens sieben Meter ausgeweitet werden. Auch die Verringerung des Längsgefälles sowie der Anbau eines zwei Meter breiten Gehweges sind geplant", teilt die Behörde mit.

Derzeit läuft das Planfeststellungsverfahren. Das ist nicht ganz so abenteuerlich, aber wenigstens zielführend.

Titelfoto: Uwe Meinhold

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