Brisanter SPD-Vorschlag in Chemnitz: Schauspiel soll in Oper ziehen
Chemnitz - Soll das alte Chemnitzer Schauspielhaus saniert oder in Altchemnitz neu gebaut werden? In diese Diskussion, die seit Wochen Chemnitzer Gemüter erhitzt, platzt ein neuer Vorschlag: Die SPD-Stadtratsfraktion will sich beides sparen – und das Geld lieber ins Opernhaus stecken, um das Schauspiel dort zu integrieren.
Bezahlt werden soll das Vorhaben aus dem Sondervermögen des Bundes. "Damit wir die Theater langfristig stabil aufstellen, schlagen wir vor, das Opernhaus so zu sanieren, dass es künftig für Oper, Musical und Schauspiel genutzt werden kann", sagt Stadtrat Detlef Müller (61).
Beispiele aus anderen Städten wie Erfurt oder Weimar zeigten, dass integrierte Lösungen erfolgreich sein können.
"Das Risiko, dass wir uns mit einem Neubau des Schauspielhauses übernehmen, während gleichzeitig das Opernhaus gefährdet ist, gehen wir nicht mit."
Für Werkstätten und Probebühne schlägt Müller "einen kostengünstigen Funktionsbau auf einem städtischen Grundstück in Opernhausnähe" vor.
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Kosten für die Neubaulösung liegen bei geschätzten 75 Millionen Euro
Die Sanierungskosten des Schauspielhauses wurden zuletzt auf 69 Millionen Euro geschätzt, plus 12 Millionen Euro für die Sanierung der Außenstandorte.
Für die Neubaulösung liegt die Schätzung bei insgesamt 75 Millionen Euro.
Für die Sanierung des Opernhauses hatte die Stadt Chemnitz einen Bedarf von 20 Millionen Euro angesetzt.
Titelfoto: Bildmontage: Uwe Meinhold (2)
