Mittelsächsische Brief-Mafia vor Gericht: So machten sie das große Geld!

Chemnitz - Sieben Bandenmitglieder aus Mittelsachsen sollen im großen Stil Postkästen geknackt und Briefe gefälscht haben. Statt ihre offenen Rechnungen zu begleichen, überwiesen ahnungslose Empfänger die Geldbeträge auf die Konten der Betrüger. Die Anklage am Landgericht Chemnitz lautet auf gewerbsmäßigen Betrug.

Im Raum Mittweida und Rochlitz machten sich die Angeklagten an Postbriefkästen zu schaffen.
Im Raum Mittweida und Rochlitz machten sich die Angeklagten an Postbriefkästen zu schaffen.  © Maik Börner

In Handschellen betraten Silke J. (39), Marco J. (41) und Mirko S. (38) den großen Gerichtssaal. Irgendwann im November 2019 sollen sie gemeinsam mit Rico B. (38), Maik K. (38), Robert W. (21) und Thomas H. (43) den irren Betrugs-Plan geschmiedet haben.

"Die Angeklagten sollen im Raum Rochlitz und Mittweida zwischen 2019 und 2020 diverse Postkästen geöffnet und Briefe herausgenommen haben", schildert Gerichtssprecherin Marika Lang.

Gezielt wurde nach Rechnungen Ausschau gehalten. Silke und Marco J. waren laut Anklage für die Fälschungen der Kontodaten zuständig.

Zu den Betroffenen gehören Versicherungen, Energieversorger, Verwaltungen, Diakonien, Kirchen, Zahnärzte, Tischlereien sowie zahlreiche Privatleute.

Den Angeklagten drohen Freiheitsstrafen von sechs Monaten bis zu zehn Jahren

Die Betrüger - hier im Gerichtssaal - öffneten Briefe, die mit hoher Wahrscheinlichkeit Rechnungen enthielten und fälschten sie.
Die Betrüger - hier im Gerichtssaal - öffneten Briefe, die mit hoher Wahrscheinlichkeit Rechnungen enthielten und fälschten sie.  © haertelpress / Harry Härtel

Angeklagt sind 87 Fälle, davon 32 als Versuche mit einer Gesamtsumme von rund 300.000 Euro. 190.000 Euro sollen die Angeklagten erfolgreich auf fünf Konten umgeleitet haben.

Reden wollte zum Auftakt niemand. Alle Verteidiger kündigten jedoch Einlassungen an.

Da als Beweismittel gefälschte und originale Rechnungen sowie Kontoübersichten vorliegen, müssen kaum Zeugen gehört werden. Bei einer Wohnungsdurchsuchung wurden außerdem Spezialschlüssel sichergestellt.

Am 8. März wird der Prozess fortgesetzt. In besonders schweren Fällen wie diesem drohen den Angeklagten Freiheitsstrafen von sechs Monaten bis zu zehn Jahren.

Titelfoto: haertelpress / Harry Härtel

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