Zuhause bleiben: Doch wo sollen Obdachlose in Chemnitz hin?

Chemnitz - In Corona-Zeiten heißt es: Zuhause bleiben! Doch wo sollen Obdachlose hin?

Der Tagestreff "Haltestelle" in Chemnitz: Hier wird wohnungslosen geholfen.
Der Tagestreff "Haltestelle" in Chemnitz: Hier wird wohnungslosen geholfen.  © Klaus Jedlicka

Die Stadt Chemnitz bietet gemeinsam mit der Stadtmission und weiteren Trägern für Personen ohne festen Wohnsitz einige Hilfsangebote an.

Für Wohnungslose in Deutschland besteht nämlich ein Rechtsanspruch auf Hilfe und auch eine kommunale Pflicht zur Unterbringung. Dies gilt vor allem in Zeiten der Corona-Krise.

Daher gibt es in Chemnitz folgende Ansprechpartner und Angebote für Personen ohne festen Wohnsitz:

  • Wohnprojekt für wohnungslose Menschen: Heinrich-Schütz-Straße 84, 09130 Chemnitz Tel.: 0371/4002350 Öffnungszeit: täglich 24 Stunden (Unterbringung/Übernachtungsmöglichkeit)
  • Tagestreff für Wohnungslose "Haltestelle": Annenstraße 22, 09111 Chemnitz Tel.: 0371/671751 Öffnungszeit: Montag bis Freitag von 10 bis 15 Uhr (Aufenthaltsmöglichkeiten am Tag)
  • Bahnhofsmission: Heinrich-Schütz-Straße 84, 09130 Chemnitz Tel.: 0371/4002350 Öffnungszeit: täglich 7 bis 18 Uhr (Aufenthaltsmöglichkeiten am Tag)

Weitere Informationen und Angebote für Wohnungslose in Chemnitz gibt es hier.

Die Bahnhofsmission im Chemnitzer Hauptbahnhof bietet ebenfalls Hilfe für Obdachlose an.
Die Bahnhofsmission im Chemnitzer Hauptbahnhof bietet ebenfalls Hilfe für Obdachlose an.  © Maik Börner

Was tun, wenn Euch eine Obdachlose Person auffällt?

Obdachlose Personen sollte man Hilfe anbieten (Symbolbild).
Obdachlose Personen sollte man Hilfe anbieten (Symbolbild).  © 123RF/Michael Heim

Wenn Euch eine augenscheinlich obdachlose Person auffällt, solltet Ihr die Person ansprechen und fragen, ob und welche Hilfe er/sie benötigt. 

Anschließend solltet Ihr auf die oben genannten Hilfsangebote der Stadt verweisen. 

Zusätzlich sollte man der Stadt mitteilen, wo die obdachlose Person angetroffen wurde. Am besten geht das über die Behördenrufnummer 115. 

"Die Behördenmitarbeiter werden dann versuchen, Kontakt herzustellen und Unterstützungmöglichkeiten anzubieten", erklärt die Stadt.

Wenn die Person nicht mehr ansprechbar ist, sollte natürlich sofort erste Hilfe geleistet und der medizinische Notdienst informiert werden.


Warum gibt es trotz der Angebote Obdachlose?

Durch die zahlreichen Hilfsangebote der Stadt sollten - zumindest theoretisch - keine Menschen auf der Straße leben. Das Problem ist jedoch, dass einige Obdachlose keine Hilfe annehmen können oder möchten. 

Das kann verschiedene Gründe haben: schlechte Erfahrungen, Krankheiten oder psychische Einschränkungen.

Daher erreicht diese Personen oftmals nur die Straßensozialarbeit. Die Sozialarbeiter suchen regelmäßig Kontakt, bieten den Betroffenen warme Getränke oder Suppe an und haben auch Kleidung dabei. 

Auf diese Weise soll ein Vertrauensverhältnis aufgebaut werden, sodass der Betroffene die Angebote der Wohnungsnotfallhilfe nutzen möchte.

Titelfoto: Klaus Jedlicka/Michael Heim

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