Keine Vermittlung, kein Geld, viele Sorgen: Chemnitzer Tierheime in Not

Chemnitz - Neue Herrchen verzweifelt gesucht. Wegen der Corona-Krise ist der Publikumsverkehr in den Tierheimen am Pfarrhübel sowie am Goetheweg in Röhrsdorf stark eingeschränkt. Hunde, Katzen und Co. können deshalb nicht mehr gut vermittelt werden.
Mitarbeiterin Eva Warmschmidt (34) übernimmt das Gassigehen mit Hündin Jessi (13) im Tierheim am Pfarrhübel.
Mitarbeiterin Eva Warmschmidt (34) übernimmt das Gassigehen mit Hündin Jessi (13) im Tierheim am Pfarrhübel.  © Uwe Meinhold

"Es kommen kaum noch Leute, die ein Tier abholen möchten. Uns fehlen dadurch wichtige Einnahmen", sagt Jens von Lienen (62), Leiter des Heims am Pfarrhübel. Interessierte können sich derzeit nur auf der Internetseite www.tierschutz-chemnitz.de über zu vermittelnde Tiere informieren und telefonisch (0371/52 12 55) einen Besuchstermin vereinbaren. Zudem dürfen momentan ausschließlich (nicht nur an Corona!) erkrankte Personen ihre Tiere im Heim abgeben. Noch gebe es genügend Platz.

In Röhrsdorf können Bürger ihr Haustier weiterhin aus wichtigem Grund nach Anmeldung (03722/5 92 70 40) vorbeibringen. 

"Wir haben die Katze eines wegen Corona im Krankenhaus behandelten Besitzers vorübergehend aufgenommen", erzählt Daniel Pfalz (42), Vorstandsmitglied des Vereins "Tierfreunde helfen Tieren in Not". Vermittlungen wie gewohnt seien nicht möglich, das Interesse an Adoptionen zurückgegangen. "Zudem bleiben Sach- und Geldspenden aus."

Tierärztin Teodora Konstantinova-Müller (37) versorgt in Röhrsdorf Fundkater Saro (12), der abzugeben ist.
Tierärztin Teodora Konstantinova-Müller (37) versorgt in Röhrsdorf Fundkater Saro (12), der abzugeben ist.  © Uwe Meinhold
Daniel Pfalz (42) vom Verein "Tierfreunde helfen Tieren in Not" hofft auf bessere Zeiten.
Daniel Pfalz (42) vom Verein "Tierfreunde helfen Tieren in Not" hofft auf bessere Zeiten.  © Uwe Meinhold
Probleme auch in der benachbarten Tierpension: "Bis Juni sind alle Plätze storniert", sagt Daniel Pfalz. Denn viele Chemnitzer mussten ihre geplanten Reisen absagen. "Wir hoffen, dass die Beschränkungen ab Mai wieder gelöst werden. Auf staatliche Hilfen sind wir dringend angewiesen."

Titelfoto: Uwe Meinhold

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