Behinderte im Beruf? Chemnitz hat Nachholbedarf

Chemnitz - Chemnitzer Arbeitgeber hängen beim Thema Inklusion hinterher. Dabei sind sie gesetzlich verpflichtet, einen gewissen Anteil an Menschen mit Behinderung einzustellen. Nur 228 von 617 Arbeitgebern in Chemnitz erfüllen diese Vorgabe.

Laut Agentur für Arbeit hängen Chemnitzer Arbeitgeber bei der Inklusion hinterher.
Laut Agentur für Arbeit hängen Chemnitzer Arbeitgeber bei der Inklusion hinterher.  © Uwe Meinhold

Das zeigt eine Analyse der Daten zur Beschäftigungspflicht der Agentur für Arbeit (AfA) Chemnitz.

"Viele Arbeitgeber haben immer noch große Hemmschwellen gegenüber Menschen mit Behinderung", sagt Jeannine Konrad von der AfA.

Laut Konrad werden bei gleicher Qualifikation häufiger Bewerbung ohne Einschränkungen bevorzugt. Als größte Hürde nennt sie fehlende passende Tätigkeiten in den Betrieben.

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Dabei ist die Lage klar geregelt: Unternehmen mit durchschnittlich mindestens 20 Arbeitsplätzen müssen fünf Prozent ihrer Stellen mit Menschen mit Behinderung besetzen. Für kleinere Betriebe gelten Sonderregelungen.

Inklusion ist möglich - aber längst nicht überall Realität. (Symbolbild)
Inklusion ist möglich - aber längst nicht überall Realität. (Symbolbild)  © 123RF/dotshock
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Michael Theiss (46, CDU).
Michael Theiss (46, CDU).  © Kristin Schmidt

Arbeitsvermittlung soll bei behinderten Menschen umdenken

Jacqueline Drechsler (49, SPD).
Jacqueline Drechsler (49, SPD).  © Sven Gleisberg

Michael Theiss (46, CDU), Leiter der Landesschule für Blinde und Sehbehinderte, sieht zwar Fortschritte bei der gesellschaftlichen Teilhabe, erkennt aber weiterhin große Vorbehalte.

"Vielen Firmen ist nicht bewusst, dass auch Menschen mit Behinderung leistungsfähig sind - wenn das Arbeitsumfeld stimmt."

Er plädiert für ein Umdenken bei der Arbeitsvermittlung. "Man muss fragen: 'Wie kann ich eine Einstellung ermöglichen?' nicht 'Was beeinträchtigt die Person?'".

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Jacqueline Drechsler (49, SPD) wünscht sich mehr Kommunikation zwischen Firmen und AfA, um voranzukommen: "Viele Arbeitgeber wissen nicht, welche Optionen sie haben, um Unterstützung zu bekommen."

Gleichzeitig sieht sie Informationsbedarf bei Betroffenen. "Dann können Menschen mit Behinderung bei Bewerbungsgesprächen gezielt sagen, welche Vorteile sie mitbringen."

Titelfoto: 123RF/dotshock

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