Das hat ein Detmolder Online-Händler mit dem Chemnitzer Kaufhof vor

Chemnitz - Markus Schön (48), Geschäftsführer des Online-Händlers Buero.de, will zum Retter des Chemnitzer Kaufhofs werden.

Für den Kaufhof in Chemnitz gibt es eine Perspektive. Das Warenhaus gehört zu den 47 Standorten, die ein Investor übernehmen will.
Für den Kaufhof in Chemnitz gibt es eine Perspektive. Das Warenhaus gehört zu den 47 Standorten, die ein Investor übernehmen will.  © Sven Gleisberg

"Chemnitz gehört zu den Standorten, die wir gern übernehmen würden", bestätigte der Firmenchef auf TAG24-Anfrage. "Wir möchten Einkaufserlebnisse schaffen. Unser klares Ziel ist ein Vollsortimenter und die Übernahme möglichst aller Mitarbeiter."

Der erfolgreiche Onlinehändler für Schul-, Schreib- und Spielwaren, sowie Büroartikel beschäftigt rund 200 Mitarbeiter und betreibt bislang drei Geschäfte im Raum Frankfurt/Main. Das mittelständische Familienunternehmen soll an insgesamt 47 Kaufhäusern der Galeria Karstadt Kaufhof, vor allem in mittelgroßen Städten, interessiert sein.

Neben Chemnitz soll es auch unter anderem auch um die Filialen in Erfurt, Halle, Cottbus und Magdeburg gehen.

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"Erfolgreiche Onlinehändler haben auch stationäre Geschäfte. Starke Marken werden nach wie vor in den Innenstädten gemacht", so Firmenchef Schön. "Es ist wahrscheinlich die letzte Gelegenheit, eine Vielzahl an Kaufhausstandorten gleichzeitig zu übernehmen."

Bereits 2018 hatte sich das Handelsunternehmen für ausgewählte Standorte der Kaufhaus-Kette interessiert. Schön: "Wir haben ein Konzept und wären deshalb jetzt schnell handlungsfähig."

Der Unternehmer Markus Schön (47) aus Detmold betreibt unter anderem einen Online-Handel für Schreib- und Spielwaren.
Der Unternehmer Markus Schön (47) aus Detmold betreibt unter anderem einen Online-Handel für Schreib- und Spielwaren.  © privat
Sebastian Drechsler (31), stellvertretender Stadtvorsitzender der Linken fordert die Stadtspitze zu Gesprächen mit dem Investor auf.
Sebastian Drechsler (31), stellvertretender Stadtvorsitzender der Linken fordert die Stadtspitze zu Gesprächen mit dem Investor auf.  © Maik Börner

In Chemnitz sorgte die Nachricht vom möglichen Investor am Montag für zurückhaltenden Optimismus. Der stellvertretende Stadtvorsitzende der Linken, Sebastian Drechsler (31), forderte: "Die Stadtspitze sollte zeitnah das Gespräch mit dem Investor suchen. Die Beschäftigten brauchen so schnell wie möglich Klarheit."

Ob das bereits geschehen ist, wollte Stadtsprecher Matthias Nowak (53) am Montag weder bestätigen noch dementieren: "Alle Verantwortlichen sind in Gesprächen. Es hilft aber niemandem, jedes Detail öffentlich zu diskutieren."

Titelfoto: Sven Gleisberg/privat

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