Solar-Boom überfordert Hersteller und Monteure in Sachsen

Chemnitz - Dunkle Wolken über dem Sonnen-Boom in Sachsen: Immer mehr Hausbesitzer wollen Strom selbst produzieren, doch Hersteller von Solartechnik und Handwerker kommen nicht hinterher.

Fordert eine verlässliche Politik für die Förderung erneuerbarer Energien: Grünen-Politiker Bernhard Herrmann (56).
Fordert eine verlässliche Politik für die Förderung erneuerbarer Energien: Grünen-Politiker Bernhard Herrmann (56).  © Maik Börner

René Ulbrich (41) aus Chemnitz-Erfenschlag ist ein genervter Kunde: "Bis eine Solaranlage auf dem Dach ist, dauert es sechs Monate. Und die Preise steigen."

Ein Hersteller der Module ist Heckert Solar aus Chemnitz-Siegmar. Die Firma, die schon das Kanzleramt in Berlin mit Solarplatten deckte, hat Lieferzeiten von bis zu 18 Wochen.

"Wir bräuchten eine zweite Firma, um die Nachfrage zu bedienen", sagt Marketingleiterin Nancy Komrowski (39). "Das würde aber nichts nützen, weil Zulieferer zu wenig liefern." Heckert Solar weitet seine Produktion in Chemnitz und Thüringen dennoch aus.

Baustellen Chemnitz: Baustellen-Wahnsinn in Chemnitz: Anwohner und Autofahrer sind sauer
Chemnitz Baustellen Baustellen-Wahnsinn in Chemnitz: Anwohner und Autofahrer sind sauer

Ausbauen möchte auch die Handwerksfirma Juno Solar aus Werdau (Landkreis Zwickau). Geschäftsführer Denny Schädlich (37) erklärt: "Wir würden zu unseren 65 Mitarbeitern sofort 20 fähige Monteure einstellen."

Elektromeister Renaldo Baumgart (57) aus Leukersdorf schimpft: "Aktuell arbeiten wir auf 18 Baustellen gleichzeitig. Vor drei Jahren waren es vier Solar-Baustellen."

Immer mehr Hausbesitzer wollen eine Solaranlage aufs Dach. Doch Hersteller und Handwerker kommen nicht hinterher mit den Aufträgen.
Immer mehr Hausbesitzer wollen eine Solaranlage aufs Dach. Doch Hersteller und Handwerker kommen nicht hinterher mit den Aufträgen.  © Symbolfoto: obs/ENTEGA/Simon Motz

Baumgart fragt: "Die Branche ist überfordert. Wie soll die Energiewende funktionieren?" "Durch verlässliche Politik für Hersteller, Zulieferer, Elektrobetriebe und Kunden", sagt Grünen-Bundestagsabgeordneter Bernhard Herrmann (56).

Titelfoto: Symbolfoto: obs/ENTEGA/Simon Motz/Maik Börner

Mehr zum Thema Chemnitz Wirtschaft: