Trotz großer Versprechungen: Kaum neue Jobs für "Majorel"-Mitarbeiter

Chemnitz - Die Job-Vermittlung geht nur schleppend voran: Von den 400 Mitarbeitern, die bald aus dem Callcenter "Majorel" im Chemnitz Plaza entlassen werden, haben bislang nur wenige eine Folgeanstellung. Viele sind schwerbehindert - also nur schwer vermittelbar.

Der Callcenter-Betreiber "Majorel" schließt Ende des Jahres seine Pforten. 400 Mitarbeiter, darunter viele Schwerbehinderte, verlieren ihre Anstellung.
Der Callcenter-Betreiber "Majorel" schließt Ende des Jahres seine Pforten. 400 Mitarbeiter, darunter viele Schwerbehinderte, verlieren ihre Anstellung.  © Sven Gleisberg

Einer der Betroffenen ist Carsten Kaiser (39), der im Rollstuhl sitzt: "Es wäre schön, wenigstens eine Abfindung zu bekommen", sagte er TAG24. Er rechne sich schlechte Chancen aus, einen neuen Job zu finden.

Das Rathaus, die Chemnitzer Wirtschaftsförderung (CWE) und die Agentur für Arbeit fanden erste Unternehmen, die eine Bereitschaft für Bewerbungsgespräche signalisierten.

Außerdem: "Aktuell stehen acht Unternehmen aus Chemnitz bereit, 30 offene Stellen mit Mitarbeitern, bei entsprechender Qualifikation und Eignung, zu besetzen", so eine Stadtsprecherin.

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Die Zeit drängt: Bereits Ende des Jahres schließt "Majorel" in Chemnitz. Angeblich wegen schlechter Zahlen. Doch hier protestiert ver.di-Sprecher Enrico Zemke (47): "Es werden schwarze Zahlen geschrieben. Aber die sind 'Majorel' nicht hoch genug."

Update, 14 Uhr: Am Donnerstag meldet sich Majorel-Sprecherin Jana Gmelin dagegen und weist den Vorwurf der Gewerkschaft zurück: "Die Majorel Chemnitz GmbH schreibt trotz intensiver Anstrengungen aller Beteiligten bereits seit längerem rote Zahlen."

Vor diesem Hintergrund sehe das Management auf absehbare Zeit keine Möglichkeit, die Verlustzone zu verlassen und dementsprechend keine Grundlage für eine Fortführung der Geschäftsaktivitäten.

Für "Majorel"-Mitarbeiter Carsten Kaiser (39) gestaltet sich die Jobsuche schwierig. Er sitzt im Rollstuhl.
Für "Majorel"-Mitarbeiter Carsten Kaiser (39) gestaltet sich die Jobsuche schwierig. Er sitzt im Rollstuhl.  © Sven Gleisberg

Die Firma "Majorel" stand am Mittwoch nicht für eine Stellungnahme zur Verfügung.

Titelfoto: Sven Gleisberg

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