Chemnitz - Unternehmen in Sachsens drittgrößter Stadt und dem Umland ächzen unter wachsender Bürokratie, aber auch unter festgeschriebenen Arbeitszeit-Regelungen. Eine Kampagne der IHK Chemnitz soll nun auf die Probleme aufmerksam machen und mit der Politik ins Gespräch kommen.
Matthias Freitag (53) ist Chef der Chemnitzer Firma "Visual World", die Unternehmen in Software-Fragen berät. Der Geschäftsführer unterstützt die IHK-Kampagne "Arbeit ermöglichen".
Freitag will seinen Angestellten flexiblere Arbeitszeiten ermöglichen: "Die Mitarbeiter können ihre kreativen Phasen nicht nutzen, wann sie möchten."
Die aktuelle Arbeitszeit-Regelung geht von maximal zehn Stunden Arbeitszeit am Tag aus sowie von Ruhezeiten zwischen Arbeitsende und -anfang von elf Stunden.
IHK will unter anderem mit Bundestagsabgeordneten über die aktuellen Probleme sprechen
Konkrete Problemfälle, wo dies nicht funktioniert, sind laut dem Geschäftsführer Standortpolitik der IHK Chemnitz, Martin Witschaß (41), "Dienstreisen, Projektaufträge, Kommunikation mit Kunden im Ausland".
Im Rahmen von "Arbeit ermöglichen" will die IHK bis Oktober unter anderem mit Bundestagsabgeordneten über die aktuellen Probleme sprechen.
Hintergrund der Offensive ist eine geplante Reform des Arbeitszeitgesetzes.
Arbeitgeber fordern eine Wochenarbeitszeit statt der bisherigen Stundenregeln.
Gewerkschaftler und Mediziner warnen hingegen vor Überarbeitung und Gesundheitsrisiken.