Chemnitzer Grüne machen Druck: CVAG soll Busfahrer im Ausland anwerben

Chemnitz - Die anhaltenden Personalprobleme werden am heutigen Mittwoch zum Thema im Chemnitzer Stadtrat. In einem Antrag fordert die Grünen-Fraktion, Fahrpersonal für CVAG und VMS gezielt im Ausland anzuwerben. Zeitgleich sollen die Ursachen des hohen Krankenstands wissenschaftlich untersucht werden.

Nächster Halt: Chemnitz-Center. Auch hinterm Lenkrad werden die Fachkräfte immer knapper.
Nächster Halt: Chemnitz-Center. Auch hinterm Lenkrad werden die Fachkräfte immer knapper.  © Kristin Schmidt

Vor allem während der Pandemie war zum Teil jeder sechste Straßenbahn- und Busfahrer ausgefallen.

"Besonders im Winterhalbjahr kam es zu empfindlichen Fahrplaneinschränkungen. Darunter leiden nicht nur die Fahrgäste, sondern vor allem die Beschäftigten, die die Mehrbelastungen schultern müssen", bemängelt Grünen-Fraktions-Chefin Manuela Tschök-Engelhardt (55).

"Als Erstes schlagen wir vor, den Ursachen für den hohen Krankenstand durch eine wissenschaftlich begleitete Befragung der Mitarbeitenden auf den Grund gehen."

Ab April: CVAG-Fahrkarten werden teurer
CVAG - Chemnitzer Verkehrs-AG Ab April: CVAG-Fahrkarten werden teurer

Vor allem aber brauche es nicht nur gesunde, sondern mehr Busfahrer. Dafür sei "eine internationale Anwerbungsoffensive von Fahrpersonal aus benachbarten Mitgliedsstaaten der EU und dem Ausland notwendig", so Tschök-Engelhardt.

Auch CWE und VMS sollten einbezogen werden: "Ein gemeinsames Vorgehen bei der Anwerbung von Fahrpersonal verspricht mehr Erfolg."

Manuela Tschök-Engelhardt (55) ist Fraktions-Chefin der Grünen im Chemnitzer Stadtrat.
Manuela Tschök-Engelhardt (55) ist Fraktions-Chefin der Grünen im Chemnitzer Stadtrat.  © Kristin Schmidt

CVAG-Sprecherin Kirste zeigt sich skeptisch

CVAG-Sprecherin Juliane Kirste (38) sieht eine gemeinsame Personalbeschaffung skeptisch.
CVAG-Sprecherin Juliane Kirste (38) sieht eine gemeinsame Personalbeschaffung skeptisch.  © Kristin Schmidt

Wenngleich der VMS als Verbund kein eigenes Fahrpersonal beschäftigt, zeigte sich deren Sprecher Falk Ester (55) gesprächsbereit: "Wir stehen einem gemeinsamen Vorgehen offen gegenüber."

CVAG-Sprecherin Juliane Kirste (38) ist hingegen skeptisch. Eine gemeinsame Personalbeschaffung sei aus ihrer Sicht "nicht zielführend, da gerade im direkten räumlichen Umfeld ein Wettbewerb um Arbeitskräfte besteht".

Das "internationale Recruiting" wolle man anders vorantreiben: "Die CVAG hat sich im März dieses Jahres am Förderaufruf des ESF im Programm 'Wandel der Arbeit' beteiligt."

Falls die Chemnitzer für die europäische Finanzspritze ausgewählt werden, wolle sich das Unternehmen ab Ende 2023 auch um "Personen aus arbeitsfernen Bevölkerungsschichten" bemühen.

Titelfoto: Kristin Schmidt

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