Blut-Drama nach Goldener Hochzeit: Freiberger Rentner erschießt Ehefrau

Freiberg - Blutiges Ende einer langen Ehe: In der Nacht erschoss Rentner Wolfgang H. (76) offenbar seine Frau Dorothea (79) in der gemeinsamen Wohnung in Freiberg. Danach versuchte er sich selbst zu töten, überlebte aber und kam mit lebensbedrohlichen Verletzungen ins Krankenhaus.

Blick auf die Villa in der Johann-Sebastian-Bach-Straße in Freiberg. Im zweiten Obergeschoss des Hauses kam es zu einem Ehedrama.
Blick auf die Villa in der Johann-Sebastian-Bach-Straße in Freiberg. Im zweiten Obergeschoss des Hauses kam es zu einem Ehedrama.  © Petra Hornig

Um 3 Uhr nachts gab es einen lauten Knall im zweiten  Obergeschoss einer alten Villa. Kurz darauf trafen Polizei und Rettungsdienst ein.

Eine Nachbarin hatte den Schuss gehört. Sie glaubt: "Wolfgang hat seine Frau erschossen, danach die Polizei gerufen und die Waffe auf sich selbst gerichtet." Ein Rettungshubschrauber landete am Johannisbad, flog den Verletzten in eine Klinik. Die Ehefrau war tot.

Die Polizei geht von einem erweiterten Suizid aus. Das kann sich die Nachbarin kaum vorstellen: "Beide waren schwer krank, konnten kaum noch laufen. Aber erst kürzlich hatte ich mit der Frau gesprochen - lebensmüde wirkte sie nicht."

Erst vor zwei Jahren hatte das Paar - er leitete früher die Abteilung Soziales im Landratsamt Mittelsachsen, sie war Laborantin an der Uni - Goldene Hochzeit gefeiert.

Polizei und Rettungsdienst nachts vor Ort: Rentner Wolfgang H. (75) soll seine Ehefrau Dorothea erschossen und sich selbst danach schwer verletzt haben.
Polizei und Rettungsdienst nachts vor Ort: Rentner Wolfgang H. (75) soll seine Ehefrau Dorothea erschossen und sich selbst danach schwer verletzt haben.  © Marcel Schlenkrich
Die Polizei vermutet einen erweiterten Suizidversuch. Eine Nachbarin bezweifelt das.
Die Polizei vermutet einen erweiterten Suizidversuch. Eine Nachbarin bezweifelt das.  © Marcel Schlenkrich

Als Sportschütze bei den Sächsischen Großkaliberschützen Glück-Auf-Freiberg besaß der Rentner auch Waffen. Vorsitzender Joachim Stimpel (66): "Wolfgang hatte wohl einen Revolver Kaliber 357." Ihm tut die Tat sehr leid: "Hätte ich etwas geahnt, hätte ich das Ordnungsamt informiert, um seine Waffen einziehen zu lassen."

Normalerweise berichtet TAG24 nicht über mögliche Suizide. Da der Vorfall aber für öffentliche Aufmerksamkeit sorgte, hat sich die Redaktion entschieden, es doch zu thematisieren. Solltet Ihr selbst von Selbsttötungsgedanken betroffen sein, findet Ihr bei der Telefonseelsorge rund um die Uhr Ansprechpartner, natürlich auch anonym. Telefonseelsorge: 08001110111 oder 08001110222 oder 08001110116123.

Titelfoto: Marcel Schlenkrich, Petra Hornig

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