Chemnitz: Polizei soll regelmäßig über Gewalt gegen Frauen informieren

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Chemnitz - Der mutmaßliche Femizid vom September 2025 hat in Chemnitz weit über den eigentlichen Fall hinaus nachgewirkt. Die Tat löste nicht nur Entsetzen aus, sondern auch politischen Druck. Im November 2025 beschloss der Stadtrat auf fraktionsübergreifende Initiative, dass die Polizei im Sicherheitsbericht künftig regelmäßig und systematisch über Gewalt gegen Frauen informieren soll.

Sandra Zabel (53, Linke) gehörte zu den Initiatoren des Stadtratsantrags "Lagebild zu Gewalt gegen Frauen in Chemnitz im turnusgemäßen Sicherheitsbericht".
Sandra Zabel (53, Linke) gehörte zu den Initiatoren des Stadtratsantrags "Lagebild zu Gewalt gegen Frauen in Chemnitz im turnusgemäßen Sicherheitsbericht".  © Uwe Meinhold

Wie vehement die Debatte damals geführt wurde, zeigen die Aussagen aus dem Stadtrat. Grünen-Stadträtin Christin Furtenbacher (41) sagte: "Gewalt gegen Frauen ist ein gigantisches Sicherheitsproblem. Es ist Zeit, dass wir es auch als solches behandeln."

Sandra Zabel (53, Linke) machte klar: "Geschlechtsbezogene Gewalt bis hin zum Femizid passiert jeden Tag."

Auch die Zahlen zeigen, warum das Thema die Stadt nicht mehr loslässt. Polizeisprecher Andrzej Rydzik (41) erklärt: "In der Polizeilichen Kriminalstatistik werden Femizide, Fälle häuslicher Gewalt oder Fälle partnerschaftsbezogener Gewalt nicht gesondert erfasst."

Alarmierende Zahlen: Immer mehr häusliche Gewalt in Chemnitz

Zum "Orange Day 2025" gegen Gewalt an Frauen wurde die Esse orange angestrahlt.
Zum "Orange Day 2025" gegen Gewalt an Frauen wurde die Esse orange angestrahlt.  © Sven Gleisberg

Das gesonderte Lagebild des Landeskriminalamtes zu häuslicher Gewalt zeichnet für Chemnitz dennoch ein alarmierendes Bild: Die Fallzahlen stiegen von 558 im Jahr 2021 auf 733 im Jahr 2024. Die meisten Opfer waren Frauen.

Auch öffentlich blieb das Thema präsent. Rund um den "Orange Day" im November gab es mehrere Aktionen gegen Gewalt an Frauen. Die zentrale Veranstaltung im Kino Metropol stellte das Thema "Häusliche Gewalt" in den Mittelpunkt.

Inzwischen ist das Thema auch fest in der strategischen Arbeit der Stadt verankert. Im Gleichstellungs-Aktionsplan, der im März 2026 vorgestellt wurde, geht es ausdrücklich um mehr Sensibilisierung, mehr Prävention, mehr Schutzmaßnahmen bei häuslicher Gewalt und darum, das Sicherheitsgefühl von Frauen in Chemnitz zu stärken.

Titelfoto: Uwe Meinhold

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