Chemnitz - Wer macht denn so was? Dreiste Diebe ließen am vergangenen Wochenende drei Exponate von der Modellbahnanlage in Chemnitz-Hilbersdorf mitgehen. Die Polizei ermittelt, Museumsleiter Maximilian Claudius Noack (53) ist sauer – und macht dem Dieb ein Angebot.
Laut Maximilian Claudius Noack gab es so etwas noch nie. Es kommt vor, dass kleinere Kinderbücher eingesteckt werden. Dass Exponate gewaltsam mitgenommen werden, ist allerdings neu. "Ich finde es traurig. Mit Gewalt etwas zu entfernen, geht überhaupt nicht", so Noack auf TAG24-Nachfrage.
Was war passiert? Seit Karfreitag hat das Sächsische Eisenbahnmuseum Chemnitz-Hilbersdorf eine Modell-Lokomotive weniger. Der Verein Schauplatz-Eisenbahn vermisst zudem eine Glas-Vitrine samt Miniatur-Wagen sowie das Modell einer Postmeilensäule. Während die Lok einfach mitgenommen wurde, wendeten die Diebe bei Vitrine und Säule Gewalt an: Die Exponate wurden aus der Verankerung gerissen.
Der Gesamtschaden wird auf rund 800 Euro geschätzt. Die Polizei ermittelt wegen Diebstahls, hat aber noch keine konkrete Spur. Für Noack ist klar: Es kann nur ein Besucher gewesen sein, der die Objekte entweder aus Sammelleidenschaft klaute oder für den Kick.
"Wir haben den Dieb gebeten, er möge die Sachen ordentlich verpacken und uns hier an den Zaun hängen oder per Post zukommen lassen." Daneben wird nach Ersatzobjekten gesucht. Außerdem stellt Noack klar: Wenn der Dieb einsichtig ist und "Größe hat", dann könnte er sogar als Helfer beim Museum mitarbeiten – dann aber unter Kontrolle.