Nach Überfall auf Chemnitzer Juwelier: Inhaber erhebt schwere Vorwürfe

Chemnitz - Der Schock sitzt tief: Der Chemnitzer Juwelier Mohannad Seddik (44) wurde vor einer Woche in seinem Juweliergeschäft in der Börnichsgasse brutal überfallen.

Juwelier Mohannad Seddik (44) ist noch gezeichnet von dem schrecklichen Überfall.
Juwelier Mohannad Seddik (44) ist noch gezeichnet von dem schrecklichen Überfall.  © Sven Gleisberg

Besonders brisant: Eine Polizeistreife stand nur 20 Meter entfernt. Nun erhebt das Opfer schwere Vorwürfe gegen die Ordnungshüter. Hätte der Überfall verhindert werden können?

Eine Woche nach dem Überfall leidet Seddik noch immer unter starken Schmerzen. "Drei Männer stürmten den Laden, schlugen mir ins Gesicht und in die Rippen", erzählt er.

Die Spuren der Gewalt sind jetzt noch sichtbar, besonders um sein Auge. Insgesamt waren vier Täter beteiligt: Drei plünderten das Geschäft, einer hielt draußen Wache.

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Unter Bedrohung öffnete der Juwelier seinen Tresor, die Räuber bedienten sich an den Wertgegenständen. "Dann fesselten sie meine Hände und Füße", berichtet er weiter.

Hätten Polizisten früher eingreifen müssen?

Nach dem Raubüberfall auf den Juwelier in der Börnichsgasse am 18. März sperrte die Polizei den Tatort weiträumig ab.
Nach dem Raubüberfall auf den Juwelier in der Börnichsgasse am 18. März sperrte die Polizei den Tatort weiträumig ab.  © Haertelpress/Harry Härtel
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In der Webergasse war zum Tatzeitpunkt ein Polizeifahrzeug vor Ort.
In der Webergasse war zum Tatzeitpunkt ein Polizeifahrzeug vor Ort.  © Sven Gleisberg

Besonders bitter: Nur etwa 20 Meter entfernt stand eine Polizeistreife. Ein Zeuge eilte dorthin und informierte die Beamten während des Überfalls - doch als sie eintrafen, waren die Täter bereits verschwunden. Auf Facebook kritisierte Seddik das Vorgehen der Polizei: Warum griffen die Beamten nicht früher ein?

"Die Vorwürfe haben wir zur Kenntnis genommen", erklärt Polizeisprecher Andrzej Rydzik. Das Fahrzeug sei zwar vor Ort gewesen, jedoch außerhalb des Sichtbereichs in der Webergasse.

Die Beamten hätten dort das als gefährdet eingestufte Interims-Gemeindehaus der jüdischen Gemeinde geschützt. Zudem sei die Lage am Tatort zunächst unübersichtlich gewesen, weshalb sich die Einsatzkräfte erst einmal um das Opfer kümmern mussten.

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Für den verheirateten, dreifachen Familienvater ist der Überfall ein traumatisches Erlebnis. Seit 2018 betreibt der Syrer das Juweliergeschäft - es war der erste Überfall. "Das belastet mich psychisch sehr", sagt er. Doch die große Anteilnahme von Nachbarn, Kunden und Freunden geben ihm und seiner Familie Kraft.

Titelfoto: Bildmontage: Sven Gleisberg, haertelpress/Harry Härtel

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