Chemnitz - Dramatischer Polizeieinsatz am späten Montagabend in Chemnitz. In Schlosschemnitz wurde eine leblose Person gefunden!
Die Rettungskräfte wurden nach einem Zeugenhinweis aus der Nachbarschaft gegen 22.25 Uhr zu einem Mehrfamilienhaus auf der Leipziger Straße gerufen. Die Nachbarn hatten aus der Wohnung Geräusche gehört, die auf einen Gewaltakt hindeuteten.
"In einer der Wohnungen trafen die Einsatzkräfte auf zwei Männer (51, 63) und entdeckten auf dem Balkon einen leblosen Mann, dessen Körper deutliche Zeichen von Gewalteinwirkung aufwies", teilte die Chemnitzer Polizei am Dienstagmittag mit.
Was genau in dem grauen Neubaublock passierte, ist noch unklar. Die Rettungskräfte konnten nur noch den Tod des 75-jährigen Ukrainers feststellen.
Die Polizei nahm die beiden Männer, ebenfalls Ukrainer, vorläufig fest, da sie im Verdacht stehen, für das Geschehen in der Wohnung verantwortlich zu sein.
Enkelin des Opfers wohnt im Nachbarhaus
Eine Nachbarin berichtet TAG24 zu den Ereignissen am Montagabend: "Ich habe Schreie gehört, wahrscheinlich Kinder. Auf einmal standen Polizeiautos da." Ein anderer Nachbar, der gerade auf dem Balkon raucht: "Ich habe nichts gehört. Bis um drei Uhr habe ich keine Polizei gesehen." Laut seinem Bericht habe es in der letzten Zeit weniger Vorfälle in dem Haus, in dem er seit acht Jahren lebt, gegeben.
Besonders tragisch: im Nachbarhaus wohnt die Enkelin (18) des Opfers. Die junge Ukrainerin ist seit vier Jahren in Deutschland und erzählt, ihr Großvater habe allein in der Wohnung gelebt. Mit seinen Nachbarn habe er sich gut verstanden. Sie selbst hatte ihren Opa noch am Montag besucht. Dann wären drei Leute, die sie nicht kannte, gekommen.
Die Mordkommission der Kriminalpolizei ermittelt nun wegen eines Tötungsdeliktes und die Staatsanwaltschaft Chemnitz hat eine gerichtsmedizinische Untersuchung des Leichnams angeordnet. Außerdem werden Spuren in der Wohnung, die zugleich der Tatort ist, gesichert und ausgewertet.
Damit soll geklärt werden, wie der Ukrainer konkret zu Tode kam und was das Motiv für die Tat ist.
Erstmeldung, 5. Mai, 7.56 Uhr, zuletzt aktualisiert: 12.23 Uhr