Wieder Attacke auf Verkehrsversuch in Chemnitz: Pflanzenkübel jetzt ohne Pflanzen

Chemnitz - Seit fast einem Monat sollen Pflanzenkübel in Chemnitz-Schönau den Verkehr auf der Bahnstraße ausbremsen. Der Verkehrsversuch kommt offenbar nicht bei allen gut an: Bereits zweimal wurden die Pflanzenkübel beschädigt. Nun zieht die Stadt Chemnitz Konsequenzen: Die Pflanzen verschwinden, die Kübel bleiben stehen!

Nach dem zweiten Vandalismus-Angriff auf den Verkehrsversuch Bahnstraße brachte die Stadt die Pflanzen in Sicherheit.
Nach dem zweiten Vandalismus-Angriff auf den Verkehrsversuch Bahnstraße brachte die Stadt die Pflanzen in Sicherheit.  © Ralph Kunz

Bereits Anfang Juni wurde eine Pflanzinsel erstmals beschädigt: Die kleinen Bäume wurden herausgerissen, das Solarmodul und die Bewässerungskästen zerstört.

Jetzt, Ende Juni, die nächste Attacke auf die Pflanzenkörbe: Das Bewässerungssystem wurde durch Unbekannte komplett ruiniert.

"Da somit keine Bewässerung mehr möglich ist, hat sich die Stadt Chemnitz dazu entschlossen, zumindest die Pflanzen zu retten und diese an anderer Stelle im Stadtgebiet umzupflanzen", heißt es aus dem Rathaus.

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Schade! Nun stehen die Kübel ohne Pflanzen herum. Ob künftig neue Bäume eingepflanzt werden, ist noch unklar. "Das steht derzeit noch zur Diskussion", so eine Stadtsprecherin.

Bereits die erste Vandalismus-Attacke sorgte bei Anwohnern für Kopfschütteln. Bewohner Gerd Purlinski (64) war fassungslos: "Die Zerstörung vernichtet Steuergeld!"

Durch die künstliche Verengung der Straße erhoffen sich Anwohner mehr Ruhe in dem Wohngebiet. Der Verkehrsversuch soll vorerst ein Jahr lang laufen, mit Option auf Verlängerung um ein weiteres Jahr.

Die Pflanzenkübel sollen den Verkehr auf der Bahnstraße in Chemnitz ausbremsen. Zweimal wurden die Kästen beschädigt.
Die Pflanzenkübel sollen den Verkehr auf der Bahnstraße in Chemnitz ausbremsen. Zweimal wurden die Kästen beschädigt.  © Ralph Kunz
Autofahrer müssen besonders vorsichtig fahren, gegebenenfalls den Gegenverkehr durchlassen.
Autofahrer müssen besonders vorsichtig fahren, gegebenenfalls den Gegenverkehr durchlassen.  © Ralph Kunz

Messungen sollen zeigen: Wird die Straße durch den Verkehrsversuch ruhiger?

Messungen sollen zeigen, ob durch die künstliche Verengung die Straße ruhiger wird. Die wechselseitigen Engstellen sollen den Verkehr ausbremsen - so die Theorie.

Busse und Radfahrer können an der schmalsten Stelle gefahrlos aneinander vorbeifahren. Bei zwei Autos und einem Auto und einem Bus sieht das schon anders aus: Hier ist gegenseitige Rücksicht geboten.

Die Straße wurde durch die Kästen von acht Metern auf 6,80 bis 4,95 Meter verengt.

Titelfoto: Ralph Kunz

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