Weil immer mehr Chemnitzer zugedröhnt fahren: Drogen-Kontrolle an der Neefestraße

Chemnitz – Plötzlich Tempo 30 und eine Spurverengung auf der Neefestraße in Chemnitz – an der Messe sorgte das am Donnerstag für Verwirrung bei Autofahrern. Der Grund: Hier führte die Polizei eine Verkehrskontrolle mit dem Schwerpunkt Drogen durch.

Mehrfach kam am Donnerstag der Drogenspürhund zum Einsatz.  © Kristin Schmidt

Beamte stoppten zahlreiche Fahrzeuge und überprüften Fahrer auf mögliche Auffälligkeiten. Dabei mussten Autofahrer auch motorische Übungen absolvieren.

"Mit den Tests wird überprüft, ob die Fahrtüchtigkeit gegeben ist", erklärt Polizeisprecher Andrzej Rydzik (41).

Die eingesetzten Polizisten wurden zuvor extra geschult: Zwei Tage lang trainierten sie, Drogenkonsum zu erkennen und souverän mit Verdachtsfällen umzugehen. Anschließend folgte die praktische Kontrolle – inklusive Umgang mit Urin- und Speicheltests.

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Bereits am Nachmittag schlug die Kontrolle an: Zwei Autofahrer hatten einen positiven Urintest. Für sie war die Fahrt sofort beendet. Die Betroffenen mussten entweder einen Fahrer organisieren oder sich abholen lassen.

"Nicht nur Drogenkonsum, sondern auch Medikamentenkonsum spielt eine Rolle. Deshalb ziehen wir auch ältere Personen heraus", so Rydzik.

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Polizeisprecher Andrzej Rydzik (41)  © Kristin Schmidt
Ein Drogenschnelltest zeigt einen leicht erhöhten Wert bei Cannabis und Kokain.  © Kristin Schmidt
Ein Beamter führt einen Drogenschnelltest bei einem Verkehrsteilnehmer durch.  © Kristin Schmidt

Über 160 Ermittlungen mehr als im Vorjahr

Drogenspürhund Mobi durchschnüffelt ein Auto.  © Kristin Schmidt

Auch Ben und seine Kumpels gerieten in die Kontrolle. Sogar ein Polizeihund durchsuchte ihr Auto und die persönlichen Sachen. "Das ist nicht aufregend, ich wurde schon zweimal angehalten", erzählte Ben gelassen. Trotzdem nervt ihn die Aktion: "Wir hatten eigentlich etwas vor."

Die Zahlen zeigen, warum die Polizei verstärkt kontrolliert: Gegen 897 Fahrer wurde im Jahr 2025 im Bereich der Polizeidirektion Chemnitz wegen Verdachts auf Fahren unter berauschenden Mitteln ermittelt – 164 mehr als im Vorjahr.

In 695 Fällen bestätigte ein Gutachten den Verdacht tatsächlich.

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