Gerade mal 28 und schon Chef: Er ist Sachsens jüngster Schuldirektor
Lunzenau - Felix Bochmann (28) ist wohl Sachsens jüngster Schuldirektor. Der Quereinsteiger trat seinen Dienst vor wenigen Wochen zu Schuljahresbeginn an der evangelischen Oberschule Lunzenau (bei Chemnitz) an. Vor Ort ist man sehr glücklich, dass er die Aufgabe nicht scheut - sachsenweit sind dagegen Dutzende Schulleiterstellen unbesetzt.
"Ich war bereits drei Jahre an der Schule Lehrer, bevor man mich fragte, ob ich die Schulleitung übernehmen würde", berichtet Bochmann. Nach einer kurzen Bedenkzeit sagte er zu.
Danach eignete er sich im Selbststudium auch das juristische Wissen an, das es braucht, um dieses Amt zu bekleiden.
Felix Bochmann hat Wirtschaft studiert, bevor er in den Schuldienst wechselte. Seit seinem 19. Lebensjahr war er zudem unternehmerisch tätig.
"Die dabei gesammelten Erfahrungen kommen mir jetzt zugute - etwa bei der Personalführung", sagt er. Seine ersten Tage als Schuldirektor fand er "stressig, herausfordernd" und zugleich "toll".
Täglich neue Entscheidungen – warum der Job für Bochmann eine riesige Herausforderung ist
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Er sagt: "Ich erlerne quasi einen neuen Beruf. Täglich sind immense Mengen an Entscheidungen zu treffen. Dabei geht es im Einzelnen meist um kleinere Sachen. Doch jede einzelne Entscheidung muss rasch mit Bedacht getroffen werden, damit der tägliche Schulbetrieb reibungslos vonstattengehen kann."
Laut einer Erhebung des Kultusministeriums waren zum 1. März in Sachsen etwa 90 Stellen von Direktoren und rund 52 Stellen von stellvertretenden Schulleitern nicht besetzt. Kultusminister Conrad Clemens (43, CDU): "Wir sind mit der Situation sehr unzufrieden und bewerben die Stellen intensiv." Das Direktoren-Problem hat Sachsen aber nicht exklusiv. In ganz Deutschland werden Schulleiter gesucht. Schwacher Trost: Im Vergleich der Bundesländer steht Sachsen da sogar noch recht gut da.
Der Mangel an Bewerbern für die offenen Stellen hat viele Gründe. Der allgemeine Lehrermangel allein taugt nicht als Erklärung. Es geht dabei auch um Ausgleich und Entschädigung für die zu leistende Mehrarbeit und Belastung. Clemens: "Wir versuchen gegenzusteuern, doch erreichen dabei nicht so schnell Erfolge, wie wir es uns wünschen."
Titelfoto: Kristin Schmidt
