Chemnitz - Für die Besucher beginnt das Weinfest in Chemnitz täglich um 11 Uhr, doch für die Händler viel früher. Bevor der erste Wein ausgeschenkt wird, gibt es hinter den Kulissen jede Menge zu tun. TAG24 hat Henrik Bonesky (48), Betreiber des Standes von Schloss Proschwitz und der "Bruschetteria", bei seinem Start in einen Weinfest-Tag begleitet.
Sein erster Weg führt kurz nach 9.30 Uhr ins eigene Lager am Rosenhof. Auf dem "Einkaufszettel" seiner Frau Anne stehen Tomaten, Olivenöl, Kapern, Rucola und Parmesan - Zutaten für die Bruschetta, die später die Gäste genießen.
Kiste für Kiste wandert in den Transporter. "Das ist Sport!", sagt Bonesky. "Am Ende des Tages habe ich 20.000 bis 25.000 Schritte auf der Uhr."
Als Nächstes geht es zum Lager des Veranstalters. Dort holen sich die Händler Wasserkästen und frische Weingläser. Einen leeren Kasten gibt Bonesky zurück, zwei volle nimmt er mit. Dazu kommen Dutzende Kartons mit Gläsern - sowohl die aktuelle Weinfest-Edition als auch Restbestände aus dem Vorjahr. "Die Kulturhauptstadt-Gläser sind nach wie vor echt begehrt", sagt er.
Voll beladen fährt Henrik Bonesky seinen Transporter gegen 10 Uhr dann weiter zum Stand.
Zwischendurch liefert der Bäcker frisches Brot, die Händler der Nachbarstände schauen vorbei, überall wird gegrüßt. "Es ist wie eine große Familie auf dem Weinfest", schwärmt der Gastronom.
Auch weniger beliebte Aufgaben müssen erledigt werden
Kaum ist der Transporter leer, wird er schon wieder beladen: diesmal mit dem Müll vom Vorabend. Leere Weinflaschen und Kartons müssen entsorgt werden. Der Weg führt nun hinter das Rathaus zum Glascontainer und zur Müllpresse.
10.40 Uhr. Zurück am Stand warten die weniger beliebten Aufgaben auf Bonesky: Zigarettenstummel aufsammeln, Aschenbecher leeren und Tische abwischen. Währenddessen schneidet seine Frau Brot, bereitet Pesto zu, reibt Parmesan und würfelt Tomaten.
Nach den rund anderthalb Stunden Vorbereitung wird es dann ernst: Die ersten Gäste kommen, die Gläser füllen sich - der nächste lange Weinfest-Tag nimmt Fahrt auf.
Feierabend ist erst viele Stunden später. "Um 1 Uhr liege ich meistens im Bett", so der 48-Jährige. "Das sind schon anstrengende Wochen."