Chemnitz - Er malt düstere, aber auch farbenfrohe Bilder: Nun hat das Chemnitzer Künstler-Urgestein Jean Schmiedel (62) genug von seiner Heimatstadt - und zieht nach Berlin. Gründe für den Umzug: die "feindliche Umgebung" sowie mangelnde Aufmerksamkeit seiner Ausstellungen.
Seine Wohnung hat er bereits gekündigt und das Atelier auf dem Sonnenberg befindet sich in Auflösung. Jean Schmiedel (62) hat seine Koffer gepackt und zieht demnächst in die Bundeshauptstadt. Er folgt seiner besten Freundin, die ebenfalls dorthin zieht. Sie hilft Schmiedel bei seinen Geschäften und der dortigen Galerie.
Allerdings gibt es auch noch andere Ursachen für den Ortswechsel.
Zum einen sollen sich seine Ausstellungen in Sachsens drittgrößter Stadt nicht mehr rentieren: "Die Leute, die sich in Chemnitz für meine Bilder interessieren, die haben schon Bilder", schildert Schmiedel auf TAG24-Nachfrage. Ein weiterer Grund sei die jetzige Wirtschaftskrise: "Die Leute haben kein Geld, um sich Kunst leisten zu können."
Das Gebäude, in dem sich Schmiedels Atelier derzeit befindet, wurde zuletzt mehrmals Ziel von Vandalismus. Schmiedel schaut jedoch nach vorn und blickt auf seinen zukünftigen Wohnort positiv: "Es kann nur besser werden."