Chemnitz - Wie geht es weiter mit dem seit Jahren leer stehenden Schauspielhaus? Zu dieser brennenden Frage wollen Rathaus und Theater bei einer öffentlichen Podiumsdiskussion am Donnerstag in der Stadtwirtschaft (bereits ausgebucht) Stellung beziehen. Was die nähere Zukunft betrifft, gibt es bereits jetzt einen kleinen Paukenschlag: Das Kunstfestival "Begehungen" zieht im Frühsommer in den einstigen Kulturtempel.
Die 23. Auflage des Festivals, das jedes Jahr in einen anderen leer stehenden Ort zieht, wird diesmal nicht wie gewohnt im August, sondern parallel zum Festival "Theater der Welt" von 19. Juni bis 5. Juli unter dem doppeldeutigen Motto "In der Vorstellung" stattfinden.
Das begründet sich auch durch Terminüberschneidungen: "Wir waren plötzlich damit konfrontiert, dass die Festivals Fuego und Kosmos nun im August stattfinden. Eine Terminverschiebung war somit notwendig", begründet "Begehungen"-Vereinsvorsitzender Matthias Döhler die Entscheidung.
"Es erschien uns reizvoll, diesen Ort genau während des Theaterfestivals zu öffnen und so die sicher noch einmal hochkochenden Debatten aufzunehmen."
Diese Auseinandersetzung - nicht nur künstlerisch, sondern auch politisch - stehe "stellvertretend für Diskurse über den Wert von Kultur und den Umgang mit dem Bauerbe der DDR. Wir wollen während unseres Gastspiels im Schauspielhaus den Raum für Diskussionen offen halten."
Kooperation mit dem Festival "Theater der Welt" in Planung
Das genaue Programm wird im April veröffentlicht. Auch eine Kooperation mit dem Festival "Theater der Welt" ist in Planung.
Zu Details wollten sich Theater und KuHa auf TAG24-Nachfrage am Montagabend nicht äußern.
Konkrete Absprachen gebe es aber bereits, sagt "Begehungen"-Sprecher Lars Neuenfeld (54): "Beide Festivals haben eine Kooperation im Bereich der Öffentlichkeitsarbeit vereinbart. Darüber hinaus gibt es einen regen inhaltlichen Austausch zu Programm und Ablauf."