Chemnitz - Seit der Stilllegung des Chemnitzer Braunkohlekraftwerks Nord II am 18. Januar 2024 war unklar, wie es mit dem markanten bunten Schornstein weitergeht.
Nun steht fest: Die ehemalige Esse wird dauerhaft kulturell genutzt. Das bestätigte eins-Geschäftsführer Roland Warner (62) am Dienstag zur Eröffnung einer neuen Ausstellung.
"Wir haben im vergangenen Jahr mit der Oberen Denkmalschutzbehörde in Dresden eine Vereinbarung getroffen, dass wir den Schornstein erhalten wollen", sagte Warner.
Der rund 300 Meter hohe Schornstein leitete bis zur Stilllegung die Rauchgase des Kraftwerks in die Atmosphäre ab. Künftig wird die Esse mit einer Ausstellung genutzt, die sich über den Fuß, das Treppenhaus und die obere Etage erstreckt.
Zu sehen sind 22 Fotografien der Leipziger Architekturfotografin Margret Hoppe sowie Malereien und Installationen des Berliner Künstlers Steffen Seeger.
Hoppe dokumentierte das Kraftwerksgelände nach der Stilllegung und hielt dabei auch Bereiche fest, die inzwischen bereits verschwunden sind. Seeger arbeitet mit den Materialien und der Geschichte des Ortes und entwickelte seine Werke direkt im Gebäude.
Ausstellung nur bei Führungen zu sehen
Die Arbeiten beider Künstler entstanden über mehrere Monate. "Gestern waren noch die Feinheiten", sagte Seeger über die letzten Vorbereitungen. Hoppe betonte: "Es ist wichtig, diesen Schornstein zu erhalten und ihn auch für die Kunst zu nutzen."
Da sich das Gelände weiterhin im Betrieb befindet und strenge Sicherheitsmaßnahmen gelten, ist die Ausstellung nur im Rahmen ausgewählter Führungen zu sehen. Die ersten Termine sind am 14. Juli und 11. August, jeweils um 17 Uhr.
Informationen und Anmeldung unter: www.eins.de/kunst-im-schornstein