Von Peggy Schellenberger
Chemnitz/Marienberg - Das sorgte für Aufsehen! Der Nischel fuhr auf einem Anhänger durch Chemnitz. Natürlich nicht das 40 Tonnen schwere Karl-Marx-Monument, sondern ein deutlich kleineres Replikat.
Nach der Weiterfahrt auf der Bundesstraße 174 verschwand der Hingucker in den Tiefen des Erzgebirges. Stephanie Schneider (35), Vorsitzende des Chemnitzer Eislauf-Clubs, ist erleichtert, denn es herrscht wieder Platz in der Eishalle. Auch die neue Besitzerin Anja Jonas (45) ist happy.
Monatelang stand das Styropor-Replikat in der Trainingshalle des Jutta Müller Eissportzentrums. Das "Double" mit seinen zwei Metern Höhe, zwei Metern Breite und zwei Metern Tiefe hatte nach seinem großen Auftritt bei der Kulturhauptstadt-Edition des Eismärchens ein trauriges Dasein neben der Eisaufbereitungsmaschine gefristet.
"Aus Platz- und Brandschutzgründen haben wir dringend einen Abnehmer gesucht, sonst hätten wir ihn einstampfen müssen", sagt CEC-Vorsitzende Stephanie Schneider.
Nach dem TAG24-Aufruf hatte sich Anja Jonas aus dem Marienberger Ortsteil Rübenau gemeldet.
"Nischel" reist auf Anhänger ins Erzgebirge
"Ich stamme aus Chemnitz, arbeite auch da. Wir stellen ihn auf unser Grundstück direkt an die Straße", sagt sie stolz. Dort steht bereits eine zwei Meter hohe Skulptur des Berliner Bären. Ehemann Tilo Jonas (51) stammt aus Brandenburg.
Da unzählige Wanderer auf dem beliebten Kammweg dort vorbeimarschieren, ist der Nischel schon bald neuer Werbeträger für Chemnitz. Vorher wird er von der neuen Besitzerin mit einer besonderen Beschichtung wetterfest gemacht.
Über den Transport des nur 50 Kilo schweren, aber äußerst sperrigen Requisits machten sich Anja Jonas und ihr guter Freund Nico Reuschel (39) gehörig einen "Nischel" und wählten die Anhängerlösung.
Bestens gesichert konnte der Karl-Marx-Kopf dann die Reise ins Erzgebirge antreten.