Wer will ihn haben? Chemnitzer Eislauf-Club will den Nischel loswerden
Von Peggy Schellenberger
Chemnitz - Der Nischel soll ausgebürgert werden - natürlich nicht das Karl-Monument an der Brückenstraße, sondern die kleinere Styropor-Variante im Jutta Müller Eissportzentrum. Dafür sucht der Chemnitzer Eislauf-Club nun eine ansprechende Bleibe.
In der Trainingshalle im Jutta Müller Eissportzentrum steht neben der großen Eisaufbereitungsmaschine ein Replikat des Karl-Marx-Kopfes aus Styropor. Gut zwei Meter hoch, zwei Meter breit und zwei Meter tief ist der Doppelgänger.
Gebaut wurde das monströse Requisit für die letztjährige Kulturhauptstadt-Edition des Eismärchens.
"Etwa 150 Stunden habe ich dafür gebraucht und einfach nur Fotos zum Vergleich genutzt", so der Erschaffer Christian Pflugbeil (56).
Das mit Putz verspachtelte Kunstwerk lieferte auf dem Eis eine prächtige Kulisse, zusammen mit der bunten Esse, dem Roten Turm und dem 2025er-Leuchtobjekt.
Neuer Standort muss überdacht sein, optimal wäre ein öffentlich zugängiger Ort
"Wir brauchen dringend Platz in der Halle und suchen einen neuen, würdevollen Standort für den Nischel", sagt CEC-Vorstandsvorsitzende Stephanie Schneider (35). Der acht Kubikmeter große Kopf wiege nur 50 Kilo und stehe zur Selbstabholung bereit.
Der neue Standort muss überdacht sein, optimal wäre ein öffentlich zugänglicher Ort. "Unser Wunsch wäre eine städtische Einrichtung und dass sich auf dem Sockel alle Sportvereine der Stadt verewigen", hofft sie auf baldigen Umzug des Kolosses.
Nach zuletzt sechs eisfreien Wochen starten die Eiskunstläufer heute wieder ins Training. Dann ist auch die Eismaschine im Einsatz, die sich aktuell noch ihren Stellplatz mit Karl Marx teilt. Interessenten können sich unter [email protected] melden.
Titelfoto: Peggy Schellenberger
