Pietschmann feiert! Chemnitzer Bäckerei blickt zurück auf neun knusprige & süße Jahrzehnte

Chemnitz - 90 Jahre Backtradition - und das fest in Frauenhand: Die Chemnitzer Bäckerei und Konditorei Pietschmann feiert Jubiläum. Was einst mit Großvater Pietschmann begann, ist heute ein Familienbetrieb in dritter Generation - und die vierte steht schon bereit.

Heidi Pietschmann (53) hat das Geschäft von ihrer Mutter übernommen.  © Uwe Meinhold

"Die Firma wurde 1936 von meinem Großvater gegründet", erzählt Heidi Pietschmann (53). Das war in Waldheim. Mit zwischenzeitlichem Sitz in Chemnitz begann die Familie nach dem Zweiten Weltkrieg in Neukirchen noch einmal neu - damals mit einem Kaffeehaus.

1954 zog der Betrieb an seinen heutigen Standort, die Limbacher Straße in Altendorf. Dort führt heute die Enkelin des Gründers das Geschäft. Und auch der Nachwuchs bleibt der Familientradition treu: Lilli (22) hat bereits Fachverkäuferin gelernt, Schwester Fanni (20) macht eine Ausbildung zur Konditorin.

Groß expandiert hat die Bäckerei nie. Bewusst, sagt die Chefin. "Wir sind klein, aber fein." Während große Ketten immer neue Filialen eröffnen, ist Pietschmann seinem Standort treu geblieben.

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Dafür kommen laut Pietschmann viele Stammkunden aus der ganzen Stadt. Seit März steht auch der Verkaufswagen wieder auf dem Wochenmarkt.

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Wegen Personalmangels war er eine Weile nicht da, aber seit März steht der beliebte Pietschmann-Wagen wieder auf dem Wochenmarkt.  © Uwe Meinhold
Jürgen Pietschmann wurde 1977 Chef der Bäckerei. Nach seinem Tod 1985 führte seine Frau Renate den Betrieb.  © Repro: Uwe Meinhold
Seit 90 Jahren werden in der Backstube Pietschmann Brot, Brötchen, Kekse und Torten hergestellt.  © Uwe Meinhold
Heidi Pietschmann (53, l.), ihre Töchter Fanni (20, 2.v.l.) und Lilli (22, r.) sowie das gesamte Team feiern 90-jähriges Bestehen.  © Uwe Meinhold
Die Schwestern Fanni (20, l.) und Lilli Pietschmann (22) wollen den Familienbetrieb eines Tages übernehmen.  © Uwe Meinhold

Zum Jubiläum gibt es neue Kreationen

Thorsten Ungethüm (56) ist Dienstältester und Leiter der Backstube.  © Uwe Meinhold

Die vergangenen Jahre waren dennoch nicht einfach: Corona, steigende Kosten und Personalmangel machten auch dem Traditionsbetrieb zu schaffen. Doch inzwischen läuft es wieder rund. Erst kürzlich investierte der Betrieb in einen neuen, modernen Backofen - gebacken wird trotzdem weiterhin ganz klassisch.

Und noch etwas ist geblieben wie früher: "Wir begrüßen unsere Kunden noch zum größten Teil mit Familiennamen." In Zeiten, in denen vieles schnell und anonym geworden ist, ist das ein Teil des Erfolgsrezepts der kleinen Bäckerei.

Zum 90-jährigen Jubiläum am Dienstag (10. März) bedankt sich die Bäckerei bei ihren Kunden mit neuen Kreationen: Eine frühlingshafte Passionsfrucht-Torte und ein besonderes Brötchen mit Roter Bete und Walnüssen stehen auf der Karte. Zudem erhält jeder Kunde ein Mürbeteig-Herz.

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