Auf 180 Quadratmetern: Chemnitzer hortet DDR-Radios in zwei Sonnenberg-Wohnungen

Chemnitz - Sammler von DDR-Radios gibt es viele - doch kaum einer gibt seiner Sammlung so viel Raum wie Jürgen Maroe (65). Zwei Wohnungen mit insgesamt 180 Quadratmetern auf dem Chemnitzer Sonnenberg widmet er der ostdeutschen Rundfunktechnik.

Die Leidenschaft von Radio-Sammler Jürgen Maroe (65) nimmt buchstäblich viel Raum ein.
Die Leidenschaft von Radio-Sammler Jürgen Maroe (65) nimmt buchstäblich viel Raum ein.  © Uwe Meinhold

Nur schmale Gänge führen durch das Privat-Museum, links und rechts stapeln sich die Radios, Verstärker und Lautsprecher. "Es ist eine Liebhaber-Sache", sagt Jürgen Maroe lapidar.

Die Faszination begann schon in der Kindheit, als sein Vater einen "Heli 3000" kaufte, wie sie in den späten 1950ern in Limbach-Oberfrohna gebaut wurden. "Meine Eltern haben oft Radio gehört, wenn Besuch da war", erinnert sich der Sammler.

Heute besitzt er selbst einen "Heli 3000" - sowie eine unüberschaubare Anzahl von "Stern"-Radios. Als Jugendlicher hätte er gerne auch nur eines davon gehabt. "Aber damals hab ich mir das nicht leisten können."

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Als junger Mann in den 1980er-Jahren machte er jedoch die Leidenschaft zum Beruf und arbeitete beim VEB "Stern-Radio Rochlitz" in der Zweigstelle Geringswalde. Bis zur Wende lötete er dort in der Leiterplattenbestückung die Herzstücke der Geräte zusammen, die er jetzt sammelt.

Wie viele Radios er insgesamt sein Eigen nennt, kann der Liebhaber längst nicht mehr beziffern. Er kann auch nicht mehr nachprüfen, ob alle Geräte noch funktionieren.

Seine Wohnung teilt sich Jürgen Maroe (65) mit unzähligen Rundfunkgeräten aus der DDR.
Seine Wohnung teilt sich Jürgen Maroe (65) mit unzähligen Rundfunkgeräten aus der DDR.  © Uwe Meinhold
Ein "Stern"-Radio, Modell "Nauen", aus den frühen 1960ern.
Ein "Stern"-Radio, Modell "Nauen", aus den frühen 1960ern.  © Uwe Meinhold

"Wenn ich alle einschalten würde, wäre ich die ganze Nacht drüber." Deswegen macht Jürgen Maroe Schluss mit dem Sammeln. "Ich muss aufhören", sagt er. "Jetzt verkaufe ich."

Titelfoto: Uwe Meinhold

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