Abwasser-Ärger in Chemnitz: Anwohnern stinkts
Chemnitz - Üble Gerüche an der Mineralölraffinerie sorgen in Chemnitz-Klaffenbach seit Jahren für Ärger. Behördliche Analysen des Abwassers ergaben, dass mehrere Grenzwerte überschritten wurden. Der Abwasserbetrieb ESC hat deshalb die Einleiterlaubnis bis Ende Juni befristet. Bis dahin soll die Baufeld-Mineralölraffinerie GmbH eine technische Lösung finden.
Anwohnerin Jaqueline Gläser (57) ärgert sich seit Jahren über die Geruchsbelastung und befürchtet gesundheitliche Folgen: "Bis Sommer vorigen Jahres hat es regelmäßig gerochen. Manchmal habe ich einen Hustenanfall bekommen, sobald ich das Fenster geöffnet habe."
Nachbar Fred Zepke (65) wohnt rund 500 Meter entfernt von der Raffinerie: "Den Geruch kenne ich noch gut aus meiner Lehrzeit im PCK Schwedt. Neuerdings stinkt es nur noch alle paar Wochen morgens zwischen 4 und 5 Uhr. Irgendwas wird da abgelassen."
Nach Bürgerbeschwerden hatte die Landesdirektion 2024 eingeschätzt, dass die Gerüche "keine potenzielle Gesundheitsgefahr" darstellen und den "Abwasserpfad als Quelle der Gerüche" vermutet.
Damals gab es im Abwasser keine Auffälligkeiten - anders als in den vergangenen Monaten.
Grenzwerte überschritten
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Susanne Rasch (45), AfD-Stadträtin aus Klaffenbach, schob eine Ratsanfrage zur umwelttechnischen Überwachung der Raffinerie an. In der Antwort informierte Umweltbürgermeister Knut Kunze (56, parteilos) über die Ergebnisse von Abwasserproben.
Demnach wurden Grenzwerte bei Ammonium-Stickstoff, pH-Wert und Kohlenwasserstoffen geringfügig, der Grenzwert für chemischen Sauerstoffbedarf (CDB) signifikant überschritten.
"Es wurde Kontakt mit Baufeld aufgenommen, um auf die Überschreitungen aufmerksam zu machen", so Kunze. "Die Abwasserbehandlung wird um weitere Koaleszenzabscheider und eine Behandlung mit Aktivkohle erweitert."
Seitdem würden die Grenzwerte für Ammonium und wasserdampfflüchtige Phenole eingehalten, bei CSB weiterhin deutlich überschritten.
Die weitere Genehmigung zur Einleitung von Abwasser wird laut Umweltbürgermeister "nur erteilt, wenn die Vorbehandlung zukünftig so erfolgt, dass eine schadlose Ableitung ins Kanalnetz nachweislich sichergestellt werden kann."
Das Unternehmen ließ eine TAG24-Anfrage zu den Abwasser-Problemen unbeantwortet.
Titelfoto: Bildmontage: Uwe Meinhold, dpa/Jan Woitas

