Chemnitz - Schluss mit Bier und Co. am Thomas-Mann-Platz: Seit Freitag gilt an der Sachsen-Allee das neue Alkoholverbot. Wer sich nicht daran hält, riskiert ein saftiges Bußgeld. Doch die Nachricht ist offenbar noch nicht bei allen angekommen.
Als TAG24 den Bereich am ersten Verbotstag besuchte, war die Trinkerszene weiterhin aktiv: So saß eine kleine Gruppe auf einer Bank, trank Bier und pöbelte lautstark vor sich hin.
Die Stadt möchte nicht direkt durchgreifen: "Zunächst sind informative und aufklärende Gespräche mit potenziellen Störern vor Ort vorgesehen", so eine Sprecherin auf Nachfrage.
Ziel sei es, auf die Einhaltung der Regeln "hinzuwirken". Künftig soll die Kontrolle des Verbots dann in die täglichen Streifen des Stadtordnungsdienstes integriert werden.
Hinweise auf die neue Regelung gibt es bislang am Eingang des Einkaufscenters: Dort stehen zwei Schilder. Im Park selbst sucht man jedoch noch vergeblich nach einer entsprechenden Verbotstafel.
Die möglichen Folgen können allerdings teuer werden: Wer künftig trotzdem mit der Bierflasche in der Hand erwischt wird, muss mit einer Geldbuße rechnen. Diese liegt laut Stadt zwischen fünf und 5000 Euro.
Stadt will Kinder und Jugendliche vor Trinkern schützen
Der Stadtrat hatte diese Regelung Ende Mai beschlossen. Vorausgegangen waren Beschwerden über die verfestigte Trinkerszene von Händlern der Sachsen-Allee und der angrenzenden Musikschule. Fast täglich wird diese von Kindern und Jugendlichen besucht.
Ordnungsbürgermeister Knut Kunze (56, parteilos) hatte die Maßnahme deswegen vor allem mit Blick auf den Jugendschutz verteidigt.
Das Verbot gilt montags bis samstags von 9 bis 21 Uhr.