Alle waren begeistert, aber keiner wollte zahlen: Chemnitzer Gully-Pläne gehen den Bach runter

Chemnitz - Diese Stadtwerbung ist im Untergrund verschwunden: Aus den geplanten Chemnitzer Motiv-Gullys wird nichts. Der Stadtrat hatte 2023 auf SPD-Initiative beschlossen, im Zentrum 70 Schachtabdeckungen mit Stadtmotiven einzubauen. Doch die Sponsoren blieben aus.

Noch immer graues Einerlei: Auf dem Markt liegen weiterhin herkömmliche Schachtdeckel.  © Sven Gleisberg

Auf Nachfrage der SPD erklärte Ordnungsbürgermeister Knut Kunze (56, parteilos) knapp: "Der Beschluss konnte mangels Finanzierung durch Sponsoren nicht umgesetzt werden."

Dabei war die Idee einst mit viel Begeisterung gestartet. Brühl-Lampen, die Chemnitzer Stadtsilhouette samt Marx-Kopf oder der KuHa-Slogan "C the unseen" sollten Touris 2025 sogar beim Blick nach unten begegnen.

Ex-SPD-Stadträtin Wilma Meyer (53) schwärmte: "Viele Städte nutzen die Schachtabdeckungen als charmante Werbeträger. Das wäre auch für Chemnitz eine gute Idee."

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Auch Kunze war Feuer und Flamme: "Die Benennung zur Kulturhauptstadt ist ein geeigneter Anlass, in Chemnitz ein solches Projekt zu initiieren", sagte er 2023. Doch das KuHa-Jahr ist vorbei - die Deckel blieben grau.

Untätig war das Rathaus nicht. Der Entsorgungsbetrieb ESC schrieb 2024 insgesamt 14 Chemnitzer Tief- und Kanalbaufirmen an. Ein weiteres Unternehmen meldete sich von selbst, auch der Geschäftsbereich Wirtschaft führte Gespräche. Doch niemand wollte die Deckel bezahlen. Eins Energie hätte lediglich den Austausch finanziert.

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Für 70 Motivdeckel veranschlagt die Stadt mehr als 55.000 Euro, rund 750 Euro pro Stück. Besonders bitter: Drei der vier Entwürfe beziehen sich auf die KuHa. Übrig ist nur eine Variante mit Stadtwappen und ESC-Logo. Ob sie jemals eingebaut wird, ist offen.

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