Aus Geldmangel: Chemnitzer Streetworker müssen Schließzeit einführen

Chemnitz - Der Sparhammer der Stadt trifft wieder die Jüngsten: Wegen der 5-Prozent-Haushaltssperre und gekürzten Mitteln muss das Alternative Jugendzentrum (AJZ) in Chemnitz für mehrere Angebote Schließzeiten einführen.

Das Alternative Jugendzentrum (AJZ) in Chemnitz wird zum Sparen gezwungen.  © Sven Gleisberg

Betroffen sind Streetwork-Projekte, offene Kinder- und Jugendarbeit sowie Bildungsangebote.

Tina Kreller (36) vom Stadtjugendring schlägt Alarm: "Temporäre Schließungen treffen junge Menschen unmittelbar, weil vertraute Anlaufstellen und Beziehungen unterbrochen werden und gerade in individuellen Krisensituationen nicht ersetzbar sind."

Auch für die Mitarbeitenden hat das spürbare Folgen: Die Einsparungen müssen teilweise über Personalkosten abgefangen werden.

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"Mitarbeiter verzichten freiwillig auf fünf Prozent ihrer Arbeitszeit und damit auf fünf Prozent ihres Lohns. Das ist kein tragfähiges Modell für verlässliche Jugendhilfe, sondern ein weiterer Einschnitt in die ohnehin belastete soziale Infrastruktur der Stadt", so der Verein AJZ.

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Besonders alarmierend: Für 2027 wird bereits ein Defizit von rund 3,8 Millionen Euro in der Jugendhilfe erwartet. Für das AJZ ist klar: Die aktuellen Schließzeiten sind vermutlich erst der Anfang.

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