Azubi-Mangel in Chemnitz: Unternehmen verraten, woran es hapert
Chemnitz - Die Unternehmen in Chemnitz wollen ausbilden, suchen dringend Nachwuchs. Doch viele Lehrstellen bleiben unbesetzt. Der Grund: Es fehlt nicht an Angeboten, sondern immer häufiger an geeigneten Bewerbern.
Aus Sicht der Unternehmen sind viele Jugendliche nicht auf den Start ins Berufsleben vorbereitet - es fehle an wichtigen Grundlagen. Mathe, Deutsch, Naturwissenschaften oder die nötige Belastbarkeit: Bei zahlreichen Bewerbern sehen die Firmen Nachholbedarf.
Das zeigt eine aktuelle Ausbildungsumfrage der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK) für die Region Chemnitz. Das Ergebnis ist deutlich: Fast 90 Prozent aller Firmen stellen bei Schulabgängern Mängel bei der Ausbildungsreife fest.
Besonders häufig fehle es am Arbeits- und Sozialverhalten, aber auch an der Belastbarkeit. Jeder vierte Ausbildungsbetrieb gibt in diesem Bereich Probleme an.
Ebenso gibt es bei wichtigen Grundkenntnissen Lücken – rund 30 Prozent der Firmen klagen über Schwächen bei Mathe, Deutsch oder Wirtschafts-Grundwissen. Auch im naturwissenschaftlichen Bereich hapert es.
Azubi-Suche für Chemnitzer Unternehmen immer schwieriger
Die Folge: Für Ausbildungsbetriebe wird die Azubi-Suche immer schwieriger. Zwar bewerben sich Schulabgänger auf freie Stellen – doch häufig passen die Voraussetzungen nicht zu den Anforderungen.
Firmen in Chemnitz und Umgebung bekennen sich laut IHK auch weiterhin zur dualen Ausbildung. Die befragten Betriebe boten 2025 durchschnittlich vier Lehrstellen an. Doch mehr als die Hälfte der Firmen konnte nicht alle Stellen besetzen.
Dabei sei die duale Ausbildung das Rückgrat der Fachkräftesicherung in Chemnitz und Umgebung. An den Firmen liege es nicht - sie würden genug Plätze anbieten, sagt die IHK.
"Deshalb müssen wir die Ausbildungsreife und die berufliche Orientierung junger Menschen weiter stärken", sagt Gabriele Hecker, Geschäftsführerin Bildung der IHK Chemnitz.
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