Nach CSD-Anschlag in Berlin: Warum wurde bei Mahnwache in Chemnitz gegen die AfD protestiert?
Chemnitz - Große Anteilnahme auch in Chemnitz: Nach dem schrecklichen CSD-Anschlag in Berlin haben sich am Mittwoch zahlreiche Menschen zu einer Mahnmache versammelt. Dabei sprachen sich die Teilnehmer zur Solidarität mit Muslimen aus, aber auch ein Anti-AfD-Schild war zu sehen. Doch warum wurde gegen die Rechtsaußenpartei protestiert?
Der Tenor der Anti-AfD-Teilnehmer: Die Partei sei ebenso wie Islamisten gegen die queere Community. Stadtrat Nico Köhler (49, AfD) lächelt über diese Aussage - und über das Protest-Schild. "Hier fehlt mir die sachliche Betrachtung."
Dass die AfD gegen queere Menschen sei, weist Köhler zurück. "Von uns gab es noch nie eine Demo gegen den CSD. Und die Tat in Berlin hat mit unserer Partei absolut nichts zu tun."
Auch Stadtrat Joseph Israel (27, Grüne), der bei der Mahnwache eine Rede hielt, sieht bei dem schrecklichen Anschlag keine Verbindung zur AfD.
Allgemein seien überwiegend Regenbogenfahnen auf der Veranstaltung zu sehen gewesen. Der Teilnehmer mit dem "AfD-Nazis stoppen"-Schild sei in der absoluten Minderheit gewesen.
Wichtig sei nun vor allem, herauszufinden, wie es zu diesem Anschlag kommen konnte. Prävention sei hier das Stichwort, damit solche Todesfahrten in Zukunft verhindert werden. Auch müsse man differenzieren. Israel stellt klar: "Islamismus hat nichts mit den zum großen Teil hier friedlich lebenden Muslimen zu tun", erklärte der 27-Jährige auf TAG24-Nachfrage.
Gegen das radikale Gedankengut, sowohl von Islamisten als auch von Rechtsextremisten, müsse man konsequent vorgehen. "Beide Richtungen stehen der queeren Community feindlich gegenüber."
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Unbelehrbare Islamisten abschieben? Das sagt der Grünen-Politiker dazu
Doch wie umgehen mit offenbar unbelehrbaren Islamisten wie etwa Abdul B. (†21)? Abschieben oder in Haft stecken - eine einfache Antwort darauf gibt es laut Joseph Israel nicht.
Eine Abschiebung könne zwar in manchen Fällen sinnvoll sein. Gleichzeitig bestehe aber die Gefahr, dass Extremisten in ihren Herkunftsländern gefeiert werden. Wer Terror plant oder verübe, müsse vor allem eines: für seine Taten konsequent bestraft werden.
Viel besser sei es natürlich, frühzeitig anzusetzen, "damit Kinder und Jugendliche nicht erst dieser Ideologie zum Opfer fallen".
Titelfoto: Chempic
