Bank-Denkmal für Chemnitzer Holocaust-Überlebenden
Chemnitz - Noch in diesem Jahr soll sie am Brühl stehen: die Bank für den Chemnitzer Holocaust-Überlebenden Justin Sonder (†95).
Das Internationale Auschwitz-Komitee hatte vor einem Jahr Pläne vorgestellt, dem Chemnitzer Ehrenbürger mit einer lebensgroßen Bronze-Figur auf einer Steinbank ein Denkmal zu setzen.
"Für uns ist das symbolisch die Türöffnung zur Kulturhauptstadt 2025", sagt Vizepräsident Christoph Heubner (74).
"Auf unserem Spendenkonto sind bisher 36.000 Euro zusammengekommen. Die Spender kommen aus Chemnitz, aber auch aus dem ganzen Bundesgebiet und teilweise sogar aus dem Ausland." Auch das sächsische Kulturministerium habe zugesagt, in die Förderung mit einzusteigen.
Die Bank aus Muschelkalkstein mit der Bronze-Skulptur wird von der Rostocker Bildhauerin Julia Kausch (38) gefertigt und kostet 70.000 Euro. Sie soll gegenüber der Rosa-Luxemburg-Grundschule am Brühl aufgestellt werden.
"Dahinter stand die alte jüdische Grundschule, die Justin Sonder bis zu seiner Deportation besucht hatte. Wir wollten die Bank mitten im öffentlichen Raum, nicht irgendwo im Park. Er wird dann von der Bank aus auf den Eingang schauen."
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Justin Sonder war als einer der wenigen Überlebenden des Konzentrationslagers Auschwitz nach Chemnitz zurückgekehrt und bis zu seinem Tod 2020 vor allem in den Schulen als Zeitzeuge unterwegs.
Titelfoto: Maik Börner, dpa/Arno Burgi
