Schulschließungen in Chemnitz befürchtet: Bildungsamt unter Beschuss

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Chemnitz - Weniger Schulanfänger, aber trotzdem volle Klassen? Genau darüber kocht in Chemnitz der Ärger hoch. Die Grünen werfen dem Landesamt für Schule und Bildung (LaSuB) vor, aus sinkenden Kinderzahlen nicht bessere Lernbedingungen zu machen, sondern Klassen weiter bis an die Grenze zu füllen.

Weniger Kinder, aber weiter volle Klassen? In Chemnitz sorgt die Planung neuer erster Klassen für Zündstoff zwischen Eltern, Kommunalpolitik und Schulaufsicht. (Symbolfoto)
Weniger Kinder, aber weiter volle Klassen? In Chemnitz sorgt die Planung neuer erster Klassen für Zündstoff zwischen Eltern, Kommunalpolitik und Schulaufsicht. (Symbolfoto)  © DPA

"Es ist eine vertane Chance, wenn rückläufige Schülerzahlen nicht für kleinere Klassen genutzt werden", ärgert sich Stadträtin Anna Lanfermann (35).

Ihr Vorwurf: statt kleinere Klassen zu ermöglichen, würden weniger erste Klassen genehmigt. Kinder müssten dann an andere Schulen ausweichen, obwohl vor Ort eigentlich Platz für zwei Klassen wäre.

Besonders laut ist der Protest an der Grundschule Borna. Dort soll offenbar nur noch eine erste Klasse starten.

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Der Rückgang ist bereits deutlich spürbar: Im vergangenen Schuljahr wurden in Chemnitz gut 1800 Schulanfänger gezählt – gut 200 Kinder weniger als im Vorjahr (ein Minus von über zehn Prozent).

Sachsenweit rechnet das Kultusministerium bis 2040/41 sogar mit einem Rückgang der Grundschülerzahlen um bis zu 25 Prozent.

An der Grundschule Borna gibt es Ärger um die künftigen ersten Klassen. Eltern fürchten, dass Kinder an andere Schulen umgelenkt werden.
An der Grundschule Borna gibt es Ärger um die künftigen ersten Klassen. Eltern fürchten, dass Kinder an andere Schulen umgelenkt werden.  © Petra Hornig
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Anna Lanfermann (35, Grüne) fordert: Sinkende Schülerzahlen müssen für kleinere Klassen genutzt werden.
Anna Lanfermann (35, Grüne) fordert: Sinkende Schülerzahlen müssen für kleinere Klassen genutzt werden.  © Kristin Schmidt

Kreiselternrat-Chef befürchtet Schulschließungen

Kreiselternrats-Chef Thomas Brewig (58) warnt schon länger davor, dass Grundschulen trotz weniger Schulanfänger weiter volle Klassen bilden müssen.
Kreiselternrats-Chef Thomas Brewig (58) warnt schon länger davor, dass Grundschulen trotz weniger Schulanfänger weiter volle Klassen bilden müssen.  © Kristin Schmidt

Kreiselternrat-Chef Thomas Brewig (58) fürchtet neben der "Zementierung pädagogisch inakzeptabler Bedingungen", dass die Verfahrensweise "mittelfristig die Schließung von Schulstandorten vorbereitet". Schulen, die nur noch einzügig betrieben werden, seien als erste von Schließungsplänen bedroht.

Die Grünen fordern deshalb einen Kurswechsel. "Das LaSuB sollte die frei werdenden Kapazitäten nutzen, um die Lernbedingungen für Schülerinnen und Schüler zu verbessern", fordert Lanfermann.

Ihr Fazit ist klar: "Unsere Kinder verdienen Schulen, die ihre Entwicklung bestmöglich fördern, und keine Verwaltungspraxis, die pädagogische Chancen aus rein organisatorischen Gründen verstreichen lässt."

Titelfoto: Bildmontage: dpa, Kristin Schmidt

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