Chemnitz - Die bunte Fassade an der Alfred-Neubert-Straße war seit 2010 das Wahrzeichen im Stadtteil Markersdorf in Chemnitz. Jetzt verschwindet das Kunstwerk des Leipziger Künstlers Michael Fischer-Art (57) hinter Dämmplatten. Anwohner und Künstler sind entsetzt.
Angelika Krauße (76) wohnt in der Nähe des Fischer-Hauses, wie das Hochhaus von den Bewohnern des Stadtteils liebevoll genannt wird.
Sie schimpft: "Ich kann nicht nachvollziehen, warum die schöne Fassade zerstört wird. Leute sind hier stehen geblieben und haben fotografiert. Ich habe richtig Wut im Bauch."
Michael Fischer-Art ist verärgert über den Umgang mit seinem Werk: "Das ist Kulturbarbarei! Vor zwei Jahren kam die GGG wegen der Sanierung auf mich zu. Ich habe drei Entwürfe für eine Neugestaltung gemacht. Danach habe ich nie wieder was gehört."
Stadtteilmanager Thomas Rosner (42) hofft auf eine Wiederherstellung nach der Sanierung: "Das Bild hat den Stadtteil geprägt. Ein ähnliches Motiv als Ersatz wäre schön."
Die GGG will sich dagegen endgültig von der bunten Fischer-Kunst trennen. Sprecher Erik Escher (44): "Für die Neugestaltung der Fassade wurden verschiedene Möglichkeiten geprüft und ein übergeordnetes Farb- und Gestaltungskonzept, das sich an der zukünftigen architektonischen Gesamtwirkung orientiert, gewählt." Anwohnerin Angelika Krauße befürchtet: "Wahrscheinlich wird es beige."