Chemnitz bekommt Millionen vom Sondervermögen: Das will sich das Rathaus alles leisten

Chemnitz - Von den 500 Milliarden Euro Sondervermögen für die Infrastruktur aus Berlin soll Sachsen knapp fünf Milliarden bekommen. Inzwischen ist auch klar, was davon in Chemnitz hängenbleibt: Bis 2036 überweist der Bund pro Jahr 15,7 Millionen Euro an die Stadt. Für die Rathausspitze ist das alles andere als ein goldener Investitionsregen.

OB Sven Schulze (54, SPD) hat den Ratsfraktionen die Rathaus-Vorschläge für die "Bundesmilliarde" bereits vorgestellt.
OB Sven Schulze (54, SPD) hat den Ratsfraktionen die Rathaus-Vorschläge für die "Bundesmilliarde" bereits vorgestellt.  © Ralph Kunz

"Wir bekommen zwar Gelder, aber es ist keine Wundertüte", sagte OB Sven Schulze (54, SPD) am Dienstag. "Wir müssen an mehreren Stellen ausfallende Landesmittel ersetzen."

Konkret heißt das: Nur knapp neun Millionen Euro kann Chemnitz im Jahr nach eigenem Willen verbauen. Die restlichen sieben Millionen Euro gehen fürs Löcherstopfen drauf - frühere Finanzspritzen vom Land müssen so ersetzt werden.

Besonders bitter: Für jedes Projekt daraus muss die Stadt auch noch 40 Prozent der Kosten über Kredite selbst aufbringen.

Chemnitz: Schlagloch-Alarm in Chemnitz: Fast ein Drittel mehr Schäden durch Bibber-Winter
Chemnitz Lokal Schlagloch-Alarm in Chemnitz: Fast ein Drittel mehr Schäden durch Bibber-Winter

Finanzbürgermeister Ralph Burghart (55, CDU) machte aus seiner Enttäuschung keinen Hehl. "Es ist viel zu wenig Geld auf dem Markt, um entscheidend etwas zu bewegen", sagte er. Die Summe sei "weit weg von dem, was wir für erforderlich halten".

Das soll in Chemnitz gebaut werden

Der Förderschulanbau auf dem Terra-Nova-Campus für geschätzte zwölf Millionen Euro soll eines der Chemnitzer Mammut-Projekte der Fördermillion werden.
Der Förderschulanbau auf dem Terra-Nova-Campus für geschätzte zwölf Millionen Euro soll eines der Chemnitzer Mammut-Projekte der Fördermillion werden.  © Kristin Schmidt

Was steht auf der Wunschliste der Stadt? Zu den größten Brocken gehört der geplante Anbau der Förderschule auf dem Terra-Nova-Campus.

Dazu kommen Neubau oder Sanierung des Schauspielhauses, die Brücken am Falkeplatz und über den Südring, außerdem der Umzug des Busbahnhofs zum neuen Fernbus-Terminal am Hauptbahnhof.

Auch brauchen Messehalle 1 und die Wettkampfhalle im Jutta-Müller-Eissportzentrum dringend ein neues Dach. Und selbst zwei neue Sporthallen in der Innenstadt und auf dem Kaßberg schweben bereits in den Plänen mit.

Chemnitz: Galerie Roter Turm in Chemnitz: Darum ist die Rolltreppe schon wieder kaputt
Chemnitz Lokal Galerie Roter Turm in Chemnitz: Darum ist die Rolltreppe schon wieder kaputt

Entschieden ist noch nichts. Im Mai soll der Stadtrat das letzte Wort haben. Schulze versucht trotzdem, Tempo und Richtung vorzugeben: "Wir fangen nicht mit einem weißen Blatt an, jetzt wollen wir dazu eine intensive Diskussion mit den Fraktionen."

Deine täglichen News aus Chemnitz

Jeden Morgen die wichtigsten Nachrichten direkt in dein Postfach.

  • Lokale Nachrichten aus Chemnitz & Umgebung
  • Exklusive Hintergrundberichte
  • Jederzeit abbestellbar
Deine Anmeldung konnte nicht gespeichert werden. Bitte versuche es erneut.
Deine Anmeldung war erfolgreich. Bitte bestätige die E-Mail, die wir dir gesendet haben.
Mit deiner Anmeldung stimmst du unseren Datenschutzbestimmungen zu.
Das alte Schauspielhaus an der Zieschestraße: Noch ist über den Standort der neuen Schauspielbühne nicht entschieden.
Das alte Schauspielhaus an der Zieschestraße: Noch ist über den Standort der neuen Schauspielbühne nicht entschieden.  © Uwe Meinhold
Nahe der Aue Chemnitz könnte für zehn Millionen Euro eine neue Sporthalle für Schulen, Vereine, und die Feuerwehr entstehen.
Nahe der Aue Chemnitz könnte für zehn Millionen Euro eine neue Sporthalle für Schulen, Vereine, und die Feuerwehr entstehen.  © Ralph Kunz

Viel Zeit bleibt dafür nicht. Bis zum 15. Juni muss die Rathausspitze ihre Liste bei der Landesdirektion als Kommunalaufsicht einreichen.

Titelfoto: Bildmontage: Uwe Meinhold, Ralph Kunz

Mehr zum Thema Chemnitz Lokal: