Chemnitz: Freiwilligen-Rekord beim Lurch-Sammeln

Von Andreas Hummel

Chemnitz - Frösche, Kröten und Molche starten derzeit ihre Wanderung zu Teichen und Tümpeln. Um die empfindlichen Hopser zu schützen, hat die Stadt Chemnitz an 27 Schwerpunkten Warnschilder aufgestellt, die Autofahrer um Rücksichtnahme bitten.

Auch dieser Kammmolch war schon auf dem Weg zu seinem Laichgewässer.
Auch dieser Kammmolch war schon auf dem Weg zu seinem Laichgewässer.  © dpa/David Hammersen

Gleichzeitig stehen so viele ehrenamtliche Helfer wie noch nie bereit, um die gefährdeten Lurche auf ihrem Weg zu unterstützen. Dieses Jahr engagieren sich in Chemnitz 90 Freiwillige. "Das ist ein Rekord. So viele hatten wir noch nie", sagt Jens Börner, Leiter der Unteren Naturschutzbehörde.

Statt den Abend auf der Couch zu verbringen, hilft auch Anne Selle (25) mit. Mit ihrer Taschenlampe leuchtet die Studentin eine Hecke am Straßenrand ab. Vor einigen Wochen haben Helfer hier einen Amphibienzaun aufgestellt, damit die alljährliche Wanderung nicht jäh auf der Straße endet. Nun macht sich die junge Frau auf, die am Zaun eingegrabenen Eimer zu kontrollieren.

Gleich im zweiten Eimer entdeckt Anne Selle zwischen welkem Laub mehrere Molche. Sie hat sich einen Handschuh übergestreift und entnimmt die Tiere behutsam.

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"Das sind Nördliche Kammmolche", erklärt sie nach einer kurzen Begutachtung, "alles Weibchen". Tierart, Zahl und Geschlecht vermerkt sie in einer Tabelle. Dann geht es zum nächsten Eimer.

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Anne Selle (25) hilft ehrenamtlich bei der Krötenwanderung.
Anne Selle (25) hilft ehrenamtlich bei der Krötenwanderung.  © dpa/David Hammersen
Warnschilder machen an Straßen auf die wandernden Amphibien aufmerksam.
Warnschilder machen an Straßen auf die wandernden Amphibien aufmerksam.  © dpa/David Hammersen

Zwischen einigen 100 Metern bis zu mehreren Kilometern legen Frösche, Kröten und Co. auf ihrem Weg zur Paarung in Tümpeln und Teichen zurück. Mit menschlicher Hilfe wird ihnen die Wanderung abgekürzt. Die Helfer bringen sie aus den Eimern direkt an ihr eigentliches Ziel in die Nähe des Riedteiches.

Titelfoto: dpa/David Hammersen

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