Chemnitz - Chemnitz steigt ins Rennen um die "Sportmilliarde" ein. Gemeint ist der Bundesfördertopf von 333 Millionen Euro, mit dem Kommunen ihre maroden Sportstätten sanieren können. Jetzt will die Stadt ihre Bewerbung auf den Tisch legen.
Der Investitionsstau bei Sportstätten liegt bei über 250 Millionen Euro. Die Stadtspitze setzt dabei nach den Worten von Bürgermeister Knut Kunze (56, parteilos) bewusst auf Masse statt Risiko: "Lieber ein bis zwei Projekte mehr - weil wir nicht wissen, wie die Auswahl in Berlin erfolgt."
Theoretisch bleibe für Chemnitz ohnehin nur ein "Milliönchen" übrig, rechnet Kunze vor. Ende Februar soll aus Berlin die Entscheidung kommen.
Die Linke hatte fast zeitgleich einen eigenen Vorstoß vorbereitet. André Dobrig (39): "Unser Antrag hat sich mit der Vorlage der Stadt überschnitten."
Jetzt werde genau geprüft, möglicherweise ziehe man den eigenen Vorstoß zurück. "Wichtig ist uns, dass Chemnitz nicht nur in der ersten Vergabe-Runde dabei ist, sondern auch in der zweiten und dritten", so Dobrig.
Kälteanlage im Jutta-Müller-Eisstadion ist marode
Die Prioritätenliste der Stadt trägt seine Fraktion mit: "Der Stadtsportbund muss es am besten wissen."
Dort ist die Freude vorsichtig, aber realistisch. Geschäftsführer Daniel Fugmann (45) sagt: "Prinzipiell freuen wir uns über jede sanierte Sportstätte."
Besonders zwei Projekte stehen für ihn ganz oben. "Wir befürworten die Umwandlung des Rasenplatzes in Röhrsdorf in einen Kunstrasen und die Erneuerung der Kälteanlage im Jutta-Müller-Eisstadion."
Gerade Röhrsdorf gilt als Dauerproblem. Ein Kunstrasen wäre robuster, winterfest, ganzjährig nutzbar - und würde mehreren Vereinen gleichzeitig helfen. Im Eisstadion dagegen geht es ums Eingemachte: Die alte Kälteanlage ist marode, der Sanierungsstau riesig, der Leistungs- und Nachwuchssport hängt direkt daran.