Chemnitz: Schreibfehler auf Straßenschild sorgt für Diskussionen
Chemnitz - Ein blamabler Schreibfehler sorgt derzeit für heftige Diskussionen im Internet - und das mitten in Chemnitz. Zwischen Augustusburger Straße und dem neuen Johanniskarree liegt die Dr.-Frieda-Freise-Straße. Benannt nach einer bedeutenden Kinderärztin. Doch auf mindestens einem Straßenschild steht plötzlich: "Frieda Friese".
Ein Buchstabendreher, und das Internet kennt kein Pardon. "Dieser Schreibfehler ist lange bekannt und gerade auch deswegen peinlich für unsere Stadt", heißt es in einem Kommentar.
Ein anderer legt nach: "Für so was werden Steuergelder verschwendet." Und mit beißender Ironie schreibt jemand: "Hut ab vor dem Vorarbeiter der Endkontrolle."
Tatsächlich hatte der Stadtrat die Benennung der Straße 2023 beschlossen - als Würdigung einer Frau, die viel für Chemnitz geleistet hat. Frieda Freise (1886–1936) war Kinderärztin, Stadtschulärztin und engagierte sich besonders für Schulhygiene und Wohlfahrtspflege.
Sie förderte maßgeblich die 1927 gegründete Chemnitzer Mütterschule, die erste Einrichtung ihrer Art in Sachsen.
Ärger über den respektlosen Schreibfehler
Jeden Morgen die wichtigsten Nachrichten direkt in dein Postfach.
- Lokale Nachrichten aus Chemnitz & Umgebung
- Exklusive Hintergrundberichte
- Jederzeit abbestellbar
Ihr Engagement verbesserte die gesundheitliche Versorgung vieler Kinder spürbar. 1933 wurde sie aufgrund ihrer jüdischen Herkunft von den Nationalsozialisten in den Ruhestand versetzt. Repressalien zwangen sie schließlich, Chemnitz zu verlassen.
Umso größer ist jetzt der Ärger über den respektlosen Schreibfehler auf einem Straßenschild, das ihren Namen trägt. Das Rathaus reagiert nüchtern: "Die fehlerhafte Schreibweise auf einem Teil der Schilder ist der Stadt Chemnitz bekannt. Der Vorgang ist in Bearbeitung, ein Austausch der fehlerhaften Beschilderung wird zeitnah erfolgen."
Titelfoto: Ralph Kunz
