Chemnitz: So angespannt ist die Lage bei Wohngeld-Antrag & Co.

Chemnitz - Ämter am Limit! In Chemnitz brauchen Bürger weiterhin vor allem eines: Geduld. Wer auf Unterstützung angewiesen ist, muss oft monatelang warten, bis sein Anliegen bearbeitet wird.

Sozialbürgermeisterin Dagmar Ruscheinsky (66, parteilos) antwortete auf eine Anfrage der linken und fraktionslosen Stadträte.  © Ralph Kunz

Besonders angespannt bleibt die Lage beim Wohngeld: Infolge von Personalkürzungen und steigender Antragszahlen lag die Wartezeit zuletzt bei mehr als drei Monaten. Die Stadt versucht zwar, gegenzusteuern: Seit knapp einem halben Jahr leisten "43 Mitarbeiter aus allen Bereichen des Sozialamtes neben ihren laufenden Arbeitsaufgaben angeordnete Überstunden zur Erfassung der monatlich 1200 Anträge auf Wohngeld", erklärt Sozialbürgermeisterin Dagmar Ruscheinsky (66, parteilos) auf eine Anfrage der linken und fraktionslosen Stadträte.

Trotzdem beträgt die Wartezeit inzwischen vier Monate.

Drastisch ist die Lage auch bei Einbürgerungen: Antragsteller müssen aktuell rund 18 Monate warten, bis ihr Antrag überhaupt bearbeitet wird. Erst danach folgen noch einmal etwa drei Monate bis zur Entscheidung.

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In anderen Bereichen sieht es kaum besser aus: Familien, die auf Elterngeld angewiesen sind, warten rund drei Monate auf finanzielle Hilfe. Beim Unterhaltsvorschuss sind es etwa zwei Monate. Selbst Leistungen für Bildung und Teilhabe brauchen bis zu einem halben Jahr. Besonders hart trifft es Pflegebedürftige: Wer auf Hilfe zur Pflege angewiesen ist, muss im Schnitt acht Monate auf eine Entscheidung warten.

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In den Chemnitzer Ämtern stapeln sich die Anträge, die Bearbeitung dauert Monate. (Symbolfoto)  © smolaw11/123RF

"Wir müssen bei den Bearbeitungszeiten schneller werden", sagt Stadträtin Sandra Zabel (53, Linke). "Nicht nur im Sinne der Betroffenen, sondern auch im Sinne der zuständigen Mitarbeiter. Denn ein immer größer werdender Antragsstau führt zwangsläufig auch zu mehr Druck und damit auch zu mehr Arbeitsbelastung."

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