Chemnitz: So wird der Knappteich vom Schlamm befreit

Chemnitz - Gewässerpflege mit ungewöhnlichen Mitteln: Damit der Schlamm im Knappteich in Chemnitz nicht überhandnimmt, rückt ihm der Bürgerverein SDB e. V. mit Mikroorganismen auf die Pelle, die in Lehmkugeln verpackt ins Wasser geworfen werden.

Teichbeauftragter Ralf Puschmann (61) kümmert sich am, auf und unter Wasser um den Knappteich.
Teichbeauftragter Ralf Puschmann (61) kümmert sich am, auf und unter Wasser um den Knappteich.  © Kristin Schmidt

Die Stadt hatte den Teich im Yorckgebiet 2015 für rund 75.000 Euro ausbaggern lassen. "In kürzester Zeit wuchs die Schlammschicht wieder auf bis zu 80 Zentimeter an. Deshalb suchen wir jetzt nach einer Alternative", sagt Ralf Puschmann (61) vom Trägerverein.

Dafür lassen sich die Teichfreunde eine Mischung aus 80 Mikroorganismen anliefern, die den Schlamm auf natürliche Weise abbauen. Damit sie kontinuierlich wirken, werden sie mit Lehm vermengt und zu Klößen geformt.

"Dabei helfen uns Schüler, die für Teich-Projekttage zu uns kommen", so Puschmann. Nach vier Wochen Trocknung können die Kugeln ins Wasser, wo sie sich nach und nach auflösen. "Wir machen das seit drei Jahren. Seitdem ist die Schlammschicht nicht gewachsen."

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Um unter Wasser noch gezielter verschlammte Stellen zu finden, holte sich der Verein am Montag Unterstützung aus der Luft. Eine Drohne überflog den 7000 Quadratmeter großen Teich mit Radartechnik. "Damit können wir ein Bild liefern, das die unterschiedlichen Schlammdicken für das Gewässer zeigt", so Ulrich Hennig (63) von Drones Team Chemnitz.

Im orangefarbenen Kasten unter der Drohne steckt die Radartechnik, die mit elektromagnetischen Wellen arbeitet.
Im orangefarbenen Kasten unter der Drohne steckt die Radartechnik, die mit elektromagnetischen Wellen arbeitet.  © Kristin Schmidt
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Ulrich Hennig (63) steuerte am Montag die Mess-Drohne über die Wasseroberfläche.
Ulrich Hennig (63) steuerte am Montag die Mess-Drohne über die Wasseroberfläche.  © Kristin Schmidt

Teichbeauftragter Puschmann ist gespannt: "So können wir im Herbst die nächsten 400 Lehmkugeln ganz gezielt platzieren."

Titelfoto: Kristin Schmidt

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