Hightech-Fahrzeug löst 31 Jahre alten Vorgänger ab: Chemnitzer Berufsfeuerwehr rüstet sich für schwere Chemie-Unfälle

Chemnitz - Wenn in Chemnitz plötzlich ein gefährlicher Stoff austritt, zählt jede Minute. Für genau solche Extremsituationen steht der Berufsfeuerwehr nun ein neues Hightech-Fahrzeug zur Verfügung: ein Gerätewagen, ausgestattet für Einsätze bei Chemie-Unfällen bis hin zu Strahlungsgefahren.

Brandoberinspektor Philipp Dude (39) zeigt die neuen Messgeräte für Strahlungen.
Brandoberinspektor Philipp Dude (39) zeigt die neuen Messgeräte für Strahlungen.  © Sven Gleisberg

An Bord ist alles, was die Einsatzkräfte im Ernstfall brauchen: Mit Abdichtkissen und Spezialmasse lassen sich Lecks schnell schließen, Wannen und Faltbehälter fangen ausgelaufene Flüssigkeiten auf.

Messgeräte helfen herauszufinden, um welchen Stoff es sich handelt und wie groß die Gefahr ist. Damit die Feuerwehrleute selbst geschützt bleiben, gehören auch Schutzanzüge, Atemschutzgeräte und Material zur Dekontamination zur Ausrüstung.

"Die Einsätze der letzten Jahre haben gezeigt, wie wichtig der neue Einsatzwagen für uns ist", sagt René Kraus (52), Leiter der Berufsfeuerwehr. "Wir hatten zum Teil schwere Einsätze mit gefährlichen Stoffen und Gütern, bei denen solche modernen Gerätschaften dringend benötigt werden."

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Seit 1995 leistete das Vorgängermodell gute Dienste. Brandoberinspektor Philipp Dude (39): "Nach gut 30 Jahren ist es dann aber wirklich dringend an der Zeit, alles auszutauschen."

Bei einer Vorführung des neuen Wagens simulierten die Kameraden den Ernstfall.
Bei einer Vorführung des neuen Wagens simulierten die Kameraden den Ernstfall.  © Sven Gleisberg
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Amtsleiter René Kraus (52, l.) und Bürgermeister Knut Kunze (56) überreichten einen symbolischen Schlüssel an die Feuerwehr.
Amtsleiter René Kraus (52, l.) und Bürgermeister Knut Kunze (56) überreichten einen symbolischen Schlüssel an die Feuerwehr.  © Sven Gleisberg

500.000 Euro für Gerätewagen

Die Kameraden der Feuerwache 3 führten gestern eine Schau-Übung mit dem neuen Gerätewagen durch.
Die Kameraden der Feuerwache 3 führten gestern eine Schau-Übung mit dem neuen Gerätewagen durch.  © Sven Gleisberg

Laut Bürgermeister Knut Kunze (56, parteilos) hat das neue Fahrzeug rund 500.000 Euro gekostet, 200.000 Euro davon kommen als Förderung vom Freistaat Sachsen.

Bei Einsätzen wird der neue Gerätewagen mit zwei Kräften der Berufsfeuerwehr besetzt. Unterstützung kommt von Kameraden aus sechs Freiwilligen Feuerwehren, die Teilaufgaben bei Gefahrguteinsätzen übernehmen. "Ein Jahr lang haben wir unsere Kameraden und die der Freiwilligen Feuerwehren auf die neuen Spezialgeräte vorbereitet", erklärt Dude.

Den ersten Einsatz hat der neue Wagen bereits hinter sich: "Beim Feuer in den Wanderer-Werken am Wochenende gab's den Verdacht auf Asbest in den Dämmmaterialien. Der hat sich aber nicht bestätigt", so Kraus.

Titelfoto: Sven Gleisberg

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