Chemnitz: Ukrainer erinnern an Kriegsbeginn vor vier Jahren

Chemnitz - Mit einer Mahnwache erinnern Ukrainer in Chemnitz an den Beginn des Krieges, den Russland seit vier Jahren gegen ihr Heimatland führt.

Eine stille Mahnwache erinnert am Johannisplatz an den Beginn des Krieges in der Ukraine.
Eine stille Mahnwache erinnert am Johannisplatz an den Beginn des Krieges in der Ukraine.  © Uwe Meinhold

Sichtbarkeit und Austausch ist Veronika Smalko (53), Vorsitzende des Vereins "Ukraine-Haus Chemnitz", wichtig: "Es wird in der Öffentlichkeit mittlerweile weniger über die Angriffe berichtet. Wir zeigen mit einem Kalender, dass an jedem einzelnen Tag bombardiert wird."

Auch die Stimmung in Chemnitz habe sich gewandelt. "Anfangs gab es viel Empathie und Hilfsbereitschaft. Inzwischen heißt es oft, die Angriffe gibt es vorwiegend im Osten, Ukrainer arbeiten nicht und sollten heimfahren", so Smalko. "Dabei haben viele mittlerweile Arbeit, gute Sprachkenntnisse."

Aus der Schockstarre nach dem Überfall am 24. Februar 2022 ist für die Geflüchteten alltägliches Grauen geworden: "Das Schlimmste ist, jeden Morgen aufs Neue nachzufragen, ob Freunde und Verwandte die Nacht überlebt haben, und gleichzeitig selbst hier in Sicherheit zu sein", beschreibt die Vereins-Chefin einen großen Zwiespalt, den viele ihrer Landsleute spüren.

Veronika Smalko (53) leitet das "Ukraine-Haus Chemnitz" und organisiert wöchentliche Hilfslieferungen.
Veronika Smalko (53) leitet das "Ukraine-Haus Chemnitz" und organisiert wöchentliche Hilfslieferungen.  © Uwe Meinhold
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Rund 8200 Ukrainer leben in Chemnitz. Einige von ihnen werden auch am Dienstag ab 14.30 Uhr wieder am Johannisplatz stehen. "Wir wollen ins Gespräch kommen, wollen ein Teil von Chemnitz sein", wünscht sich Veronika Smalko.

Titelfoto: Uwe Meinhold

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