Chemnitzer Dauerbaustelle wird für Händler zur Belastungsprobe

Chemnitz - Bagger, Absperrungen, Umleitungen: In der Chemnitzer Innenstadt wird auf Jahre hinaus gebaut. Was die Stadt verkehrlich fit für die Zukunft machen soll, wird für Händler und Gastronomen zunehmend zur Belastungsprobe. Einige spüren bereits weniger Kunden und fürchten, dass es noch schlimmer kommt.

Jörg Knöfel (59), Centermanager der Galerie Roter Turm, registriert seit Beginn des zweiten Bauabschnitts deutlich weniger Besucher.  © Uwe Meinhold

Seit Februar entsteht der neue Zentrumsring für das Chemnitzer Modell. Nach der Mühlenstraße trifft es seit Ende Juli vor allem die Theaterstraße zwischen Hartmann- und Brückenstraße.

Die Galerie Roter Turm spürt seitdem einen "deutlichen Frequenzrückgang", sagt Center-Manager Jörg Knöfel (59). Obwohl die Parkhäuser erreichbar seien, gelte: "Viele Menschen meiden die Innenstadt und folgen der Empfehlung: Bitte umfahren Sie die Innenstadt weiträumig."

Vor allem Besucher von außerhalb seien verunsichert. "Die Ausschilderung muss noch verbessert werden, um auch den Besuchern vom Umland zu zeigen: Du kommst trotzdem relativ problemlos in die Innenstadt", so Knöfel.

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Gastronom Gernot Roßner (54) kennt die Probleme bereits. Sein "Heck-Art" in der Mühlenstraße lag monatelang direkt an der ersten Baustelle.

Er betreibt außerdem "Brazil", "Buono" und "Michaelis". "Wir spüren jetzt schon die Auswirkungen und gehen davon aus, dass die Beeinträchtigung im nächsten Jahr, wenn die Baustelle dann fortschreitet, noch deutlich zunimmt."

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Gernot Roßner (54) betreibt unter anderem das "Brazil" an der Inneren Klosterstraße.  © Sven Gleisberg
XXL-Baustelle mitten in der City: Umleitungen und Einschränkungen werden die Innenstadt noch lange begleiten.  © v

Knöfel: "Die Betroffenen werden dort relativ alleine gelassen"

Tino Fritzsche (65, CDU) fordert mehr Unterstützung für Händler und Gastronomen während der jahrelangen Bauarbeiten in der Innenstadt.  © Kristin Schmidt

Die CDU/FDP-Fraktion fordert deshalb mehr Unterstützung. Fraktions-Chef Tino Fritzsche (65, CDU) spricht von einem "Kommunikationsvakuum": "Die Betroffenen werden dort relativ alleine gelassen."

Er fordert eine zentrale Anlaufstelle, günstigere Parkangebote, Veranstaltungen und eine Innenstadt-Kampagne.

Fritzsche: "Wenn du dreimal mit dem Auto um die Innenstadt fahren musst, damit du überhaupt irgendwo ankommst, da hat irgendwann mal auch keiner mehr Bock drauf."

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Auch Knöfel setzt auf offensives Marketing: "Die Baustellen sind da, die werden wir auch nicht wegkriegen." Deshalb müsse die Botschaft lauten: "Du kannst trotzdem unsere Innenstadt besuchen. Komm trotzdem rein."

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