Chemnitzer Fabrikantenfamilie wurde in Auschwitz ermordet: Erinnerung am "Stolperstein"

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Chemnitz - Die Chemnitzer Fabrikantenfamilie um Franz Philipp Schreiber (1885-1944) leitete eine der bedeutendsten Weberei-Betriebe - 1944 wurden er, seine Frau und seine Tochter in Auschwitz ermordet. Die Nachkommen der Dynastie besuchten am Freitag die Stadt.

Bewegender Moment: Gilad Wax (44, 2.v.r.) begutachtet mit seiner Familie die Stolpersteine.
Bewegender Moment: Gilad Wax (44, 2.v.r.) begutachtet mit seiner Familie die Stolpersteine.  © Sven Gleisberg

Es war ein bewegender Moment, als Gilad Wax (44) am Freitag mit seiner Familie an die Stolpersteine seines jüdischen Urgroßvaters Franz Philipp Schreiber, dessen Frau Charlotte (1896-1944) und deren Tochter Vera (1930-1944) trat.

"Das ist sehr wichtig für uns, hier zu sein, um unserer Ahnen zu gedenken", erzählt Gilad. Die drei Stolpersteine befinden sich in der Marianne-Brandt-Straße 8 - vor dem ehemaligen Wohnhaus der Schreibers.

In der Nähe des Hauses, in der Zwickauer Straße, befand sich die Mechanische Weberei Seidler & Schreiber. Franz Philipp wurde 1910 Miteigentümer des Unternehmens.

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Als die Fabrik 1939 von den Nazis dichtgemacht wurde, floh die Familie nach Frankreich. 1944 wurde sie im Untergrund entdeckt, nach Auschwitz deportiert und ermordet.

Gilads Großvater Konrad - Schreibers ältester Sohn - schaffte es rechtzeitig, nach England zu emigrieren. Daraus entwickelte sich dann Gilads Familie. "Wir sind hier, weil wir an den Ort eingeladen wurden, wo unser Großvater aufgewachsen ist."

Franz Philipp Schreiber (1885-1944) war Miteigentümer der Mechanischen Weberei Seidler & Schreiber in der Zwickauer Straße.
Franz Philipp Schreiber (1885-1944) war Miteigentümer der Mechanischen Weberei Seidler & Schreiber in der Zwickauer Straße.  © Privatbesitz/Sammlung Dr. Jürgen Nitsche
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Charlotte Schreiber (1896-1944) war die Ehefrau von Franz und Mutter von Vera.
Charlotte Schreiber (1896-1944) war die Ehefrau von Franz und Mutter von Vera.  © Privatbesitz/Sammlung Dr. Jürgen Nitsche
Vera Schreiber (1930-1944) durfte nur 14 Jahre alt werden.
Vera Schreiber (1930-1944) durfte nur 14 Jahre alt werden.  © Privatbesitz/Sammlung Dr. Jürgen Nitsche

Bereits 1998 kam auch Konrad hierher, der jedoch fast nie über den Holocaust gesprochen hatte. Die Familie besuchte am Freitag auch das Industriemuseum und den jüdischen Friedhof.

Titelfoto: Bildmontage: Privatbesitz/Sammlung Dr. Jürgen Nitsche (3), Sven Gleisberg

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